LAVES Niedersachen klar Logo

Aviäre Influenza / Geflügelpest

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Stand: 03.04.2020

Aktuelle Ausbrüche

Das FLI geht aufgrund der Lage in Europa von einer überregionalen Ausbreitungstendenz aus. Ferner nimmt das FLI an, dass das Virus auch bei Wildvögeln vorkommt, auch wenn keine vermehrten Todesfälle innerhalb der Wasservogelpopulation beobachtet werden kann. Das Risiko eines Eintrags von HPAI Virus in Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen in Deutschland durch direkte Kontakte zwischen Wildvögeln und gehaltenen Vögeln wird als mäßig eingestuft.

(FLI Risikoeinschätzung vom 01.04.2020)

Ausbrüche der Geflügelpest (hochpathogene Aviäre Influenza) in Niedersachsen in Geflügelbeständen

Am 20.03.2020 stellte der Landkreis Aurich den Ausbruch der Geflügelpest in einem Geflügelbetrieb fest. In einem Putenelterntier-Betrieb in Dornum waren in einem Stall des Betriebs erhöhte Tierverluste aufgetreten. In der Eigenkontrolle waren Proben für Influenza A H5 auffällig geworden. Die amtlich genommenen Proben wurden im LVI Oldenburg positiv auf Influenza A H5 getestet. Das FLI bestätigte das Ergebnis und wies hoch pathogene aviäre Influenzaviren des Subtyps H5N8 nach. Am 21.03.2020 wurde der Bestand getötet und unschädlich beseitigt.

Ausbrüche der Geflügelpest (hochpathogene Aviäre Influenza) in Deutschland in Geflügelbeständen

In Deutschland wurden 2020 vier Ausbrüche der Geflügelpest in Geflügelbeständen durch hochpathogene aviäre Influenzaviren des Subtyps H5N8 nachgewiesen. Neben Niedersachsen waren Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt betroffen.

Am 07.02.2020 stellte Baden-Württemberg (Hohenlohekreis) den Ausbruch der Geflügelpest in einer Kleinhaltung mit Hühnern, Enten und Gänsen amtlich fest. Aufgrund der Auslaufhaltung des Betriebes in der Nähe eines Fließgewässers wird ein Viruseintrag durch wildlebende Wasservögel als wahrscheinliche Ursache vermutet.

Am 13.03.2020 stellte Sachsen (Leipzig) den Ausbruch der Geflügelpest in einer Kleinhaltung mit Hühnern und Enten amtlich fest.

Am 31.03.2020 stellte Sachen-Anhalt (Börde) den Ausbruch der Geflügelpest in einem Putenmastbestand mit ca. 20.000 Tieren fest.


Ausbrüche von Geflügelpest in Europa   Bildrechte: FLI, TSN, LAVES

Ausbrüche der Geflügelpest (hochpathogene Aviäre Influenza - HPAI) in Europa

Polen meldet seit Ende Dezember 2019 verschiedene Ausbrüche der Geflügelpest. In über 30 Geflügelbetrieben ist hochpathogenes aviäres Influenzavirus des Subtyps H5N8 HPAI festgestellt worden. Hauptsächlich sind putenhaltende Betriebe betroffen, aber auch Betriebe mit Legehennen, Perlhühnern, Zuchtgänsen sowie Hobbyhaltungen mit Hühnern und Wassergeflügel.
Als neue betroffene Region ist die Woiwodschaft Lodz hinzugekommen. Nach dem Ausbruch in einem Zuchtenten-Betrieb kam es in der Folge zu mehreren Ausbrüchen in Mast- und Schlachtentenhaltungen. Ein Zusammenhang mit Kükenlieferungen aus ein und demselben Betrieb wird angenommen.

Bulgarien meldete seit dem 17.02.2020 verschiedene Ausbrüche der Geflügelpest um die Stadt Polvdiv herum. In 7 Geflügelbetrieben ist hochpathogenes aviäres Influenzavirus des Subtyps H5N8 festgestellt worden. Neben Legehennenhaltungen sind hauptsächlich entenhaltende Betriebe betroffen.

Weitere von Geflügelpest betroffene Länder sind Ungarn, die Slowakei, Rumänien, die Tschechische Republik und die Ukraine. Ein Eintrag in die Geflügelhaltungen über direkten Kontakt zu wildlebenden Wasservögeln wird vermutet.

Aviäre Influenza (hoch und niedrig pathogen) bei Wildvögeln in Niedersachsen

Im Januar 2020 wurde eine erlegte Stockente aus dem Landkreis Cuxhaven Influenza A Virus des Subtyps H5N3 LPAI nachgewiesen.

Ausbrüche der Geflügelpest (hoch pathogene Aviäre Influenza) in Deutschland bei Wildvögeln

Am 20.01.2020 meldete das Land Brandenburg den Ausbruch der Geflügelpest bei einem Wildvogel. Bei einer totgefundenen Blessgans aus dem Landkreis Spree-Neiße, nahe der polnischen Grenze, wurde das Influenza A Virus des Subtyps H5N8 HPAI festgestellt.

Am 20.03.2020 meldete das Land Sachsen den Ausbruch der Geflügelpest bei einem Wildvogel. Bei einem totgefundenen Mäusebussard aus dem Landkreis Leipzig wurde das Influenza A Virus des Subtyps H5N8 HPAI festgestellt.


Was ist Geflügelpest?

Geflügelpest, auch aviäre Influenza (AI) oder Geflügelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit, die bei zahlreichen Vogelarten auftritt. Man unterscheidet bei den aviären Influenzaviren grundsätzlich zwischen den sogenannten niedrig pathogenen ("wenig krank machenden") und den hoch pathogenen ("stark krank machenden") Influenzaviren.

Eine Infektion mit hoch pathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) kann bei Nutzgeflügel, wie zum Beispiel bei Hühnern oder Puten, zu hohen Tierverlusten führen. Niedrig pathogene aviäre Influenzaviren (LPAI) rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitszeichen hervor. Diese Viren können sich jedoch zu hoch pathogenen Viren entwickeln. Eine Infektion mit hoch pathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) von den Subtypen H5 oder H7 wird als Geflügelpest bezeichnet.

Weitere ausführliche Informationen über Geflügelpest lesen Sie hier.

Bekämpfung der Geflügelpest

Ein Verdacht auf Geflügelpest ist bei dem jeweils zuständigen Veterinäramt zu melden. Auch das vermehrte Vorkommen toter Wildvögel, insbesondere von Enten und Gänsen, sollte dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Das Veterinäramt veranlasst dann amtliche Untersuchungen. Kommt es zu einem Ausbruch der Geflügelpest, so ist eine Behandlung des Geflügels verboten. Die Bekämpfung wird nach der Geflügelpestschutzverordnung und nach EU-Recht durchgeführt und besteht u. a. in der Tötung des Geflügels eines infizierten Betriebes und der Einrichtung von Restriktionsgebieten, in denen Verbote für die Verbringung von Geflügel bestehen.

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelgrippe

In Niedersachsen wird auch 2020 ein intensives Monitoring zum Vorkommen von aviären Influenzaviren bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt. Das Probensoll für das Jahr 2019 wurde wieder erfüllt.

  Bildrechte: © LAVES

Ein Verdacht auf Vogelgrippe ist bei dem jeweils zuständigen Veterinäramt zu melden. Auch das vermehrte Vorkommen toter Wildvögel, insbesondere von Enten und Gänsen, sollte dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Noch immer ist es besonders wichtig, dass vor allem Putenhalter Vorsorge treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen. Dazu gehört vor allem eine konsequente Einhaltung und Optimierung der Biosicherheitsmaßnahmen.

  Bildrechte: © LAVES
Puten im Stall Bildrechte: Dr. Josef Diekmann
Informationen für Jäger

 Merkblatt für Jäger
(0,07 MB)

weitere Informationen zur Geflügelpest

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln