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Scrapie

Stand: 12.06.2020


Scrapie, auch Traberkrankheit genannt, ist eine chronisch verlaufende, anzeigepflichtige Krankheit, die zu den transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE) gehört. Die Erkrankung tritt bei Schafen und Ziegen auf und endet immer tödlich. Für den Menschen ist Scrapie ungefährlich.

Im Verlauf der Erkrankung werden Nervenzellen im Gehirn beschädigt. Es kommt zu neurologischen Symptomen wie Verhaltens- und Gangstörungen. Hinzu kommt ein starker Juckreiz, der für die Erkrankung namensgebend war (englisch = "to scrape"). Im Verlauf magern die Tiere ab und verenden schließlich.

Neben der klassischen Scrapie gibt es die atypische Form, die geringere Läsionen im Gehirn hervorruft. Die Anzahl der Fälle atypischer Scrapie überwiegen in einigen Ländern. In Deutschland wurden in 2019 insgesamt 3 Fälle von Scrapie (atypisch) bestätigt. In 2020 wurden bislang 9 Fälle (atypische Scrapie) bundesweit gemeldet, davon ein Fall in Niedersachsen im Mai 2020. Bei allen Fällen handelte es sich um einzelne Tiere, die im Rahmen des TSE-Überwachungsprogrammes untersucht wurden.

Am 1. Januar 2015 haben sich die Anforderungen für das innergemeinschaftliche Verbringen von Schafen im Hinblick auf klassische Scrapie geändert. In der Verordnung (EG) Nr. 999/2001 sind Vorschriften zur Verhütung, Kontrolle und Tilgung bestimmter transmissibler spongiformer Enzephalopathien enthalten. Die Bedingungen sind vom Status des Bestimmungslandes bezüglich klassischer Scrapie und der Nutzungsrichtung der Schafe abhängig.

Gemäß den Vorgaben der Europäischen Union können Mitgliedstaaten oder Gebiete eines Mitgliedstaates unter bestimmten Bedingungen den Status „vernachlässigbares Risiko“ bezüglich klassischer Scrapie erlangen. Den Status "vernachlässigbares Risiko klassischer Scrapie" haben Österreich, Finnland und Schweden zuerkannt bekommen. Dänemark und Slowenien verfügen über ein genehmigtes nationales Scrapie-Bekämpfungsprogramm.

Deutsche Schafzuchtbetriebe, die gemäß § 6 der TSE-Resistenzzuchtverordnung als Bestand der Stufe 1 anerkannt sind, können als Betriebe mit einem vernachlässigbaren Risiko klassischer Scrapie gemäß den Vorgaben der Europäischen Union eingestuft werden. Eine Bekanntmachung dieser Betriebe erfolgt im Bundesanzeiger sowie eine Veröffentlichung auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts (Link).

Für Schlachtschafe müssen weiterhin keine gesonderten Bedingungen bezüglich klassischer Scrapie erfüllt werden. Mast- und Zuchtschafe können ab dem 1. Januar 2015 bei Einhaltung folgender gesonderter Anforderungen bezüglich klassischer Scrapie aus Deutschland in andere Mitgliedstaaten verbracht werden:

Mastschafe

Bestimmungsland

Anforderungen an Mastschafe

Österreich, Finnland, Schweden

  • Mitgliedstaat mit dem zuerkannten Status "vernachlässigbares Risiko" klassischer Scrapie

Dänemark, Slowenien

  • Mitgliedstaat mit einem genehmigten nationalen Scrapie-Bekämpfungsprogramm

  • Die Tiere stammen aus einem Haltungsbetrieb, der nicht im Anschluss an einen Scrapie-Ausbruch gemaßregelt ist und es handelt sich um Schafe des Prionprotein-Genotyps ARR/ARR

Alle anderen Mitgliedstaaten

  • Es gelten keine gesonderten Anforderungen bezüglich klassischer Scrapie

Zuchtschafe

Bestimmungsland

Anforderungen an Zuchtschafe

Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden, Slowenien

  • Status "vernachlässigbares Risiko" klassischer Scrapie
  • Genehmigtes nationales Scrapie-Bekämpfungsprogramm
  • Die Tiere stammen aus Haltungsbetrieben mit "vernachlässigbarem Risiko" und es wurde in den letzten 7 Jahren kein Fall klassischer Scrapie bestätigt oder
  • Die Tiere stammen aus einem Haltungsbetrieb, der nicht im anschluss an einen Scrapie-Ausbruch gemaßregelt ist und es sind Schafe des Prionprotein-Genotyps ARR/ARR

Alle Mitgliedstaaten

  • Ohne Status "vernachlässigbares Risiko" klassischer Scrapie
  • Ohne genehmigtes nationales Scrapie-Bekämpfungsprogramm

  • Die Tiere stammen aus einem Haltungsbetrieb mit „vernachlässigbarem oder kontrolliertem Risiko“ und es wurde in den letzten 7 Jahren kein Fall klassischer Scrapie bestätigt oder
  • Die Tiere stammen aus einem Haltungsbetrieb, der nicht im Anschluss an einen Scrapie-Ausbruch gemaßregelt ist und es sind Schafe des Prionprotein-Genotyps ARR/ARR

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