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Afrikanische Schweinepest

Stand: 11.12.2019


Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus (Ungarn, Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien, und Bulgarien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan). Besonders besorgniserregend ist der aktuelle Sprung der ASP in den Westen Polens. Neu hinzugekommen sind die Slowakei und Serbien. Vielfach wurden auch Hausschweinebestände mit ASP infiziert. In Westeuropa ist Belgien betroffen. Das ASP-Geschehen in Asien hat innerhalb eines Jahres weite Teile Chinas und zahlreiche Nachbarländer erfasst. Auf der italienischen Insel Sardinien kommt die Afrikanische Schweinepest bereits seit Jahrzehnten vor. Nur in Tschechien konnte die ASP im Wildbestand bisher erfolgreich bekämpft werden, in Belgien sind die Fälle in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.

Besonders hervorzuhebende aktuelle Entwicklungen des ASP-Geschehens

Polen: In Westpolen ist am 14.11.2019 bei einem toten Wildschwein das Virus der Afrikanischen Schweinepest festgestellt worden. Das infizierte Tier wurde am 04.11.2019, ca. 85 km von der deutschen Grenze entfernt, in der Nähe des Dorfes Tarnow Jezierny, Woiwodschaft Lebus, Kreis Wschowski, aufgefunden. Bisher (Stand: 11.12.2019) wurden in dem Gebiet 26 Ausbrüche bei Wildschweinen nachgewiesen. Das Geschehen hat sich deutlich in westliche Richtung ausgeweitet. Der westlichste Ausbruch in der Nähe des Ortes Nowogród Bobrzánsky ist nur noch ca. 40 km von der deutschen Grenze entfernt. Die Restriktionsgebiete reichen mittlerweile bis an die deutsche Grenze heran. Auch die benachbarten Woiwodschaften Niederschlesien und Großpolen sind mittlerweile betroffen. Die ASP hat damit einen Sprung von etwa 300 km in westliche Richtung gemacht. Die bisherigen Ausbruchsgebiete der ASP in Polen befinden sich in Ostpolen, an der Grenze zu Weißrussland, im Raum Warschau sowie an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.

Belgien: Am 13.09.2018 wurde der erste Fall von ASP bei drei tot aufgefundenen Wildschweinen und einem krank erlegten Wildschwein in der Nähe des Ortes Buzenol, Gemeinde Etalle, Region Wallonien, gemeldet. Bisher wurden 829 Wildschweine positiv auf den Erreger getestet (Internetseite der wallonischen Behörden, Stand: 18.11.2019). Seit Juni 2019 sind die Fallzahlen stark rückläufig. Im September 2019 wurde kein und im Oktober und November 2019 jeweils nur ein infizierter Kadaver gefunden. Beide Kadaver bestanden nur noch aus Knochen, die belgischen Behörden gehen daher davon aus, dass diese Tiere bereits vor einigen Monaten verendet sind. Seit März 2019 musste keine Gebietsanpassung mehr vorgenommen werden. In den betroffenen Gebieten wurden zahlreiche Zäune errichtet (ca. 250 km) und ein Netzwerk von Fallen (ca. 150) installiert, um die Ausbreitung der ASP zu verhindern und die für die Seuche empfänglichen Wildschweine zu fangen. In den Gebieten wurden u. a. Betretungsverbote für den Wald angeordnet.

Slowakei: Am 15.07.2019 meldete die Slowakei den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei der OIE. Der Ausbruch ereignete sich in einer Hinterhofhaltung in der Gemeinde Strázne im äußersten Süden der Slowakei, direkt an der ungarischen Grenze und etwa 20 km von der ukrainischen Grenze entfernt. Bisher (Stand: 09.12.2019) wurden 11 Fälle bei Hausschweinen und 19 Fälle bei Wildschweinen festgestellt. Das Geschehen scheint sich räumlich auszubreiten.

In Serbien kam es zu 18 ASP-Ausbrüchen in Kleinsthaltungen. Diese ereigneten sich im Verwaltungsbezirk Belgrad, ein Ausbruch im Verwaltungsbezirk Podunavlje. Das Geschehen begann laut OIE-Meldung am 30.07.2019.

China, Mongolei, Vietnam, Kambodscha, Laos: Am 01.08.2018 wurde der erste Fall der ASP in China beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Seitdem wurden über 163 Ausbrüche in Schweinebeständen in 32 chinesischen Provinzen festgestellt. Mittlerweile sind weite Teile Chinas betroffen. In diesem Jahr wurden außerdem Ausbrüche bei Hausschweinen in der Mongolei, in Vietnam, in Kambodscha, Laos, Nord- und Südkorea, den Philippinen, Myanmar und Ost-Timor festgestellt.

Rumänien: Im Südosten des Landes, nahe der Grenze zur Ukraine (Region Tulcea, Donaudelta), ereigneten sich über in 2018 1.000 ASP-Ausbrüche in Schweinehaltungen. Die Region zeichnet sich durch eine sehr hohe Dichte an Hinterhofhaltungen aus. Auch in 2019 wurde eine Vielzahl von Ausbrüchen in Schweinehaltungen festgestellt. Mittlerweile wurden auch zahlreiche Infektionsnachweise bei Wildschweinen geführt. Von dem Seuchengeschehen sind weite Teile des Landes betroffen.

Ungarn: Am 23.04.2018 meldete Ungarn den Nachweis von ASP bei einem am 19.04.2018 in der Nähe der Stadt Gyöngyös (Komitat Heves, Region Nordungarn) verendet aufgefundenem Wildschwein. Im September 2019 wurde die ASP westlich von Budapest festgestellt. Mittlerweile sind fünf Regionen Ungarns von der ÁSP beim Wildschwein betroffen. Hausschweine sind bisher nicht betroffen. Das Geschehen breitet sich weiter aus. Es wurden Fälle in unmittelbarer Nähe der Grenze zur Slowakei nachgewiesen.

Eine interaktive Karte der ungarischen Behörden finden Sie hier.

Tschechien: Der erste Fall der ASP bei Wildschweinen in Tschechien wurde am 27.06.2017 beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Die Stadt Zlin befindet sich im Osten des Landes, unweit der Grenze zur Slowakei. Wahrscheinlich wurde die Infektion durch Speiseabfälle aus der Ukraine eingeschleppt. Seit Mitte April 2018 wurden keine weiteren ASP-positiven Wildschweine mehr gefunden. In tschechischen Hausschweinebeständen wurde kein Ausbruch der ASP festgestellt.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 02.05.2019 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.

Häufigkeit des Nachweises der Afrikanischen Schweinepest in der EU und ausgewählte nicht-EU-Länder 2019

Zeitraum: 01.01.2019 – 09.12.2019

Nachweise bei Hausschweinen

Mitgliedstaat
Datum des letzten Nachweises
Anzahl der Betriebe mit Nachweisen in 2019
Estland19.09.2017 0
Italien (Sardinien)25.01.20191
Lettland05.07.20191
Litauen11.10.201919
Polen11.10.201948
Rumänien07.12.20191.687
Ukraine18.11.201941
Bulgarien23.10.201941
Slowakei19.08.201911
Serbien11.09.201918
Gesamt 1.867

Nachweise bei Wildschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise in 2019

Estland

27.11.2019

77

Italien (Sardinien)

03.12.2019

46

Lettland05.12.2019
349

Litauen

06.12.2019

440

Polen

04.12.2019

2.157

Ukraine04.11.201911

Tschechien

19.04.2018

0

Ungarn

05.12.2019

1.452

Rumänien06.12.2019624
Belgien13.11.2019 481
Bulgarien03.12.2019138
Slowakei02.12.201919

Gesamt

5.794

Quelle: Animal Disease Notification System (ADNS) der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/adns/index_en.htm),

Eine aktuelle Karte mit den eingerichteten Restriktionsgebieten innerhalb der EU ist hier zu finden.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung die fast immer tödlich ist! Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko! Ein Impfstoff gegen ASP ist nicht verfügbar!

Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der ASP ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet. Im Falle der ASP bei Wildschweinen werden ebenfalls Restriktionszonen (gefährdetes Gebiet (=Seuchengebiet) mit einem Radius von ca. 15 km und Pufferzone mit einem Radius von ca. 30 km um den Fund- oder Erlegungsort) eingerichtet.

Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und in der Folge für die landwirtschaftliche Produktion.

Besondere Gefahren der Einschleppung der ASP aus den betroffenen Regionen:

  • Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde
  • Teile von Schweinen oder Wildschweinen (z. B. Häute, unbehandelte Jagdtrophäen)
  • Gegenstände und Fahrzeuge, die Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen hatten (z. B. Kleidung, Jagdwaffen)
  • Lebende Schweine oder Wildschweine
  • Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt auf die Gefahren der Verbreitung der ASP hingewiesen werden
  • Bitte informieren Sie sich vor einer Auslandsreise, insbesondere vor einer Jagdreise über den Tierseuchenstatus, wenn Sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden

Beachten Sie bitte die diversen Merkblätter am rechten Rand dieser Seite. Informationen zur Infektion mit dem Virus der ASP sind im Steckbrief zur ASP des Friedrich-Loeffler-Institutes zu finden.

Programm zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest und der Klassischen Schweinepest in Niedersachsen (ASP/KSP-Monitoring):

Da in der Regel nicht alle Tiere eines Bestandes gleichzeitig infiziert werden, können die ersten Symptome einer Infektion eines Bestandes mit ASP leicht übersehen werden. Bis zur Ausbreitung der Seuche im gesamten Bestand können abhängig von den betriebsspezifischen Gegebenheiten durchaus einige Wochen vergehen. Bei unklarem Krankheitsgeschehen im Bestand ist deshalb unbedingt frühzeitig eine Ausschluss-Diagnostik auf Schweinepest durchzuführen!

Das Niedersächsische Früherkennungsprogramm der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest ruht auf mehreren Säulen. Es werden sowohl Haus- als auch Wildschweine untersucht. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Tierhalter, die Tierärzte und die Jäger. Lesen Sie mehr ...

Was können Schweinehalter gegen die Afrikanische Schweinepest tun?

Bei der Verhinderung der Einschleppung und ggf. der Verschleppung der Seuche kommt der Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung eine ganz entscheidende Rolle zu:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden
  • Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden bzw. Speisereste sicher entsorgt werden.
  • Generell muss auf eine gute allgemeine Betriebshygiene geachtet werden!
  • Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.. Merkblatt für Landwirte beachten!
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu)
  • Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen.
  • Merkblatt für Jäger beachten!
  • Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.


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