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Afrikanische Schweinepest

Stand: 13.08.2019


Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus (Ungarn, Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien, und Bulgarien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan). In Westeuropa ist Belgien betroffen. Neu hinzugekommen sind die Slowakei und Serbien. Vielfach wurden auch Hausschweinebestände mit ASP infiziert. Besorgniserregend stellt sich die Lage in Asien dar. Das ASP-Geschehen hat innerhalb eines Jahres weite Teile Chinas und zahlreiche Nachbarländer erfasst. Auf der italienischen Insel Sardinien kommt die Afrikanische Schweinepest bereits seit Jahrzehnten vor. Nur in Tschechien scheint die Infektion zum Stillstand gekommen zu sein.

Besonders hervorzuhebende aktuelle Entwicklungen des ASP-Geschehens

Belgien: Am 13.09.2018 wurde der erste Fall von ASP bei drei tot aufgefundenen Wildschweinen und einem krank erlegten Wildschwein in der Nähe des Ortes Buzenol, Gemeinde Etalle, Region Wallonien, gemeldet. Bisher wurden 826 Wildschweine positiv auf den Erreger getestet (Internetseite der wallonischen Behörden, Stand 05.08.2019). Im Frühjahr 2019 breitete sich das Seuchengeschehen in nördliche Waldgebiete aus. Seit Juni 2019 sind die Fallzahlen stark rückläufig. Auf Grund der weiteren Ausbreitung wurden die eingerichteten Restriktionsgebiete immer wieder angepasst. Die belgischen Behörden versuchen der Seuchenausbreitung u. a. durch die Errichtung von Zäumen zu begegnen. Auch auf französischer und luxemburgischer Seite wurden Zäune gezogen. In den Gebieten wurden Jagd- und Fütterungsverbote für Wildschweine sowie Betretungsverbote für den Wald angeordnet.

Slowakei: Am 15.07.2019 meldete die Slowakei den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei der OIE. Der Ausbruch ereignete sich in einer Hinterhofhaltung in der Gemeinde Strázne im äußersten Süden der Slowakei, direkt an der ungarischen Grenze und etwa 20 km von der ukrainischen Grenze entfernt.

In Serbien kam es zu vier ASP-Ausbrüchen in Kleinsthaltungen. 3 Ausbrüche ereigneten sich im Verwaltungsbezirk Belgrad, ein Ausbruch im Verwaltungsbezirk Podunavlje. Das Geschehen begann laut OIE-Meldung am 30.07.2019.

China, Mongolei, Vietnam, Kambodscha, Laos: Am 01.08.2018 wurde der erste Fall der ASP in China beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Seitdem wurden über 149 Ausbrüche in Schweinebeständen in 32 chinesischen Provinzen festgestellt. Mittlerweile sind weite Teile Chinas betroffen. In diesem Jahr wurden außerdem Ausbrüche bei Hausschweinen in der Mongolei, in Vietnam, in Kambodscha und in Laos festgestellt.

Rumänien: Im Südosten des Landes, nahe der Grenze zur Ukraine (Region Tulcea, Donaudelta), ereigneten sich über in 2018 1.000 ASP-Ausbrüche in Schweinehaltungen. Die Region zeichnet sich durch eine sehr hohe Dichte an Hinterhofhaltungen aus. Auch in 2019 wurde eine Vielzahl von Ausbrüchen in Schweinehaltungen festgestellt. Mittlerweile wurden auch zahlreiche Infektionsnachweise bei Wildschweinen geführt. Von dem Seuchengeschehen sind weite Teile des Landes betroffen.

Ungarn: Am 23.04.2018 meldete Ungarn den Nachweis von ASP bei einem am 19.04.2018 in der Nähe der Stadt Gyöngyös (Komitat Heves, Region Nordungarn) verendet aufgefundenem Wildschwein. Mittlerweile sind vier Regionen Ungarns von der ÁSP beim Wildschwein betroffen. Hausschweine sind bisher nicht betroffen. Das Geschehen breitet sich weiter aus. Es wurden Fälle in unmittelbarer Nähe der Grenze zur Slowakei nachgewiesen.

Eine interaktive Karte der ungarischen Behörden finden Sie hier.

Polen: Die von Polen gemeldeten Ausbruchszahlen sind sowohl im Wild- als auch im Hausschweinebereich weiterhin hoch. Es sind zahlreiche Regionen in den Grenzbereichen zu Weißrussland, zur Ukraine, nach Litauen und zur russischen Exklave Kaliningrad betroffen. ASP-Ausbrüche ereignen sich aber auch in anderen Regionen. So meldete Polen im Herbst 2017 einen Sprung der ASP von etwa 100 km in westliche Richtung.

Tschechien: Der erste Fall der ASP bei Wildschweinen in Tschechien wurde am 27.06.2017 beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Die Stadt Zlin befindet sich im Osten des Landes, unweit der Grenze zur Slowakei. Wahrscheinlich wurde die Infektion durch Speiseabfälle aus der Ukraine eingeschleppt. Seit Mitte April 2018 wurden keine weiteren ASP-positiven Wildschweine mehr gefunden. In tschechischen Hausschweinebeständen wurde kein Ausbruch der ASP festgestellt.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 02.05.2019 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.

Häufigkeit des Nachweises der Afrikanischen Schweinepest in der EU und ausgewählte nicht-EU-Länder 2019

Zeitraum: 01.01.2019 – 07.08.2019

Nachweise bei Hausschweinen

Mitgliedstaat
Datum des letzten Nachweises
Anzahl der Betriebe mit Nachweisen in 2019
Estland19.09.2017 0
Italien (Sardinien)25.01.20191
Lettland05.07.20191
Litauen30.07.201913
Polen30.07.201933
Rumänien03.08.2019766
Ukraine02.08.201928
Bulgarien02.08.201930
Slowakei30.07.20192
Gesamt 874

Nachweise bei Wildschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise in 2019

Estland

24.07.2019

55

Italien (Sardinien)

11.04.2019

26

Lettland01.08.2019
203

Litauen

01.08.2019

327

Polen

03.08.2019

1496

Ukraine25.07.20199

Tschechien

19.04.2018

0

Ungarn

01.08.2019

803

Rumänien03.08.2019356
Belgien*05.08.2019 826**
Bulgarien02.08.201927

Gesamt

4.128

Quelle: Animal Disease Notification System (ADNS) der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/adns/index_en.htm), *www.wallonie.be, **Belgien: Ausbrüche gesamt (seit 13.09.2018)

Eine aktuelle Karte mit den eingerichteten Restriktionsgebieten innerhalb der EU ist hier zu finden.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung die fast immer tödlich ist! Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko! Ein Impfstoff gegen ASP ist nicht verfügbar!

Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der ASP ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet. Im Falle der ASP bei Wildschweinen werden ebenfalls Restriktionszonen (gefährdetes Gebiet (=Seuchengebiet) mit einem Radius von ca. 15 km und Pufferzone mit einem Radius von ca. 30 km um den Fund- oder Erlegungsort) eingerichtet.

Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und in der Folge für die landwirtschaftliche Produktion.

Besondere Gefahren der Einschleppung der ASP aus den betroffenen Regionen:

  • Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde
  • Teile von Schweinen oder Wildschweinen (z. B. Häute, unbehandelte Jagdtrophäen)
  • Gegenstände und Fahrzeuge, die Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen hatten (z. B. Kleidung, Jagdwaffen)
  • Lebende Schweine oder Wildschweine
  • Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt auf die Gefahren der Verbreitung der ASP hingewiesen werden
  • Bitte informieren Sie sich vor einer Auslandsreise, insbesondere vor einer Jagdreise über den Tierseuchenstatus, wenn Sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden

Beachten Sie bitte die diversen Merkblätter am rechten Rand dieser Seite. Informationen zur Infektion mit dem Virus der ASP sind im Steckbrief zur ASP des Friedrich-Loeffler-Institutes zu finden.

Programm zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest und der Klassischen Schweinepest in Niedersachsen (ASP/KSP-Monitoring):

Da in der Regel nicht alle Tiere eines Bestandes gleichzeitig infiziert werden, können die ersten Symptome einer Infektion eines Bestandes mit ASP leicht übersehen werden. Bis zur Ausbreitung der Seuche im gesamten Bestand können abhängig von den betriebsspezifischen Gegebenheiten durchaus einige Wochen vergehen. Bei unklarem Krankheitsgeschehen im Bestand ist deshalb unbedingt frühzeitig eine Ausschluss-Diagnostik auf Schweinepest durchzuführen!

Das Niedersächsische Früherkennungsprogramm der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest ruht auf mehreren Säulen. Es werden sowohl Haus- als auch Wildschweine untersucht. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Tierhalter, die Tierärzte und die Jäger. Lesen Sie mehr ...

Was können Schweinehalter gegen die Afrikanische Schweinepest tun?

Bei der Verhinderung der Einschleppung und ggf. der Verschleppung der Seuche kommt der Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung eine ganz entscheidende Rolle zu:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden
  • Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden bzw. Speisereste sicher entsorgt werden.
  • Generell muss auf eine gute allgemeine Betriebshygiene geachtet werden!
  • Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.. Merkblatt für Landwirte beachten!
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu)
  • Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen.
  • Merkblatt für Jäger beachten!
  • Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.


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