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Afrikanische Schweinepest

Stand: 04.03.2020


Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Europas weiter aus (Ungarn, Polen, Belgien, Baltikum, Moldawien, Rumänien, und Bulgarien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan, Slowakei, Serbien). Besonders besorgniserregend ist der Sprung der ASP in den Westen Polens. In den betroffenen Ländern wurden vielfach auch Hausschweinebestände mit ASP infiziert. Das ASP-Geschehen in Asien hat innerhalb eines Jahres weite Teile Chinas und zahlreiche Nachbarländer erfasst. Auf der italienischen Insel Sardinien kommt die Afrikanische Schweinepest bereits seit Jahrzehnten vor. In Belgien sind die Fallzahlen in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen.

Besonders hervorzuhebende aktuelle Entwicklungen des ASP-Geschehens

Polen: In Westpolen ist am 14.11.2019 bei einem toten Wildschwein das Virus der Afrikanischen Schweinepest festgestellt worden. Das infizierte Tier wurde am 04.11.2019, ca. 85 km von der deutschen Grenze entfernt, in der Nähe des Dorfes Tarnow Jezierny, Woiwodschaft Lebus, Kreis Wschowski, aufgefunden. In dem Gebiet wurden bereits mehr als 340 Ausbrüche mit mehreren hundert infizierten Wildschweinen nachgewiesen. Das Geschehen hat sich in westliche Richtung ausgeweitet. Der westlichste Ausbruch ist nur noch ca. 12 km von der deutschen Grenze entfernt. Die Restriktionsgebiete reichen mittlerweile bis an die deutsche Grenze (Sachsen, Brandenburg) heran. Weitere Ausbruchsgebiete der ASP in Polen befinden sich in Ostpolen, an der Grenze zu Weißrussland, im Raum Warschau sowie an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.

Belgien: Am 13.09.2018 wurde der erste Fall von ASP bei tot aufgefundenen Wildschweinen und einem krank erlegten Wildschwein in der Gemeinde Etalle, Region Wallonien, gemeldet. Bisher wurden 832 Wildschweine positiv auf den Erreger getestet (Internetseite der wallonischen Behörden, Stand: 02.03.2020). Seit Juni 2019 sind die Fallzahlen stark rückläufig. Die belgischen Behörden gehen daher davon aus, dass diese Tiere bereits einige Monate zuvor verendet sind. Aufgrund eines Fundes außerhalb des Teil II Gebietes (Gebiet, in der die ASP bisher vorkam), musste im Januar nochmals eine Gebietsanpassung vorgenommen werden. In den betroffenen Gebieten wurden zahlreiche Zäune errichtet (ca. 300 km) und ein Netzwerk von Fallen (ca. 150) installiert, um die Ausbreitung der ASP zu verhindern und die für die Seuche empfänglichen Wildschweine zu fangen. In den Gebieten wurden u. a. Betretungsverbote für den Wald angeordnet.

In Serbien kam es 2019 zu 18 ASP-Ausbrüchen in Kleinsthaltungen. Das Geschehen begann laut OIE-Meldung am 30.07.2019. Seit Anfang des Jahres werden nun auch Ausbrüche beim Wildschwein gemeldet.

Rumänien: Im Südosten des Landes kam es auch 2019 zu zahlreichen Ausbrüchen in Hausschweinebeständen (1.728, ADNS). Mittlerweile wurden auch zahlreiche Infektionsnachweise bei Wildschweinen geführt. Von dem Seuchengeschehen sind weite Teile des Landes betroffen. Auch in diesem Jahr setzt sich das Seuchengeschehen fort. Bis zum 02.03. wurden bereits 146 Ausbrüche in Hausschweinebeständen und über 270 Nachweise bei Wildschweinen gemeldet.

Ungarn: Am 23.04.2018 meldete Ungarn den Nachweis von ASP bei einem am 19.04.2018 in der Nähe der Stadt Gyöngyös (Komitat Heves, Region Nordungarn) verendet aufgefundenem Wildschwein. Im September 2019 wurde die ASP westlich von Budapest festgestellt. Hausschweine sind bisher nicht betroffen. Das Geschehen breitet sich weiter aus. Es wurden Fälle in unmittelbarer Nähe der Grenze zur Slowakei nachgewiesen.

Asien: Am 01.08.2018 wurde der erste Fall der ASP in China beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Seitdem wurden über 165 Ausbrüche in Schweinebeständen in 32 chinesischen Provinzen festgestellt. Mittlerweile sind weite Teile Chinas betroffen. Im letzten Jahr wurden außerdem Ausbrüche bei Hausschweinen in der Mongolei, in Vietnam, in Kambodscha, Laos, Nord- und Südkorea, den Philippinen, Myanmar, Indonesien und Ost-Timor festgestellt.

Eine interaktive Karte der ungarischen Behörden finden Sie hier.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 23.12.2019 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.

Häufigkeit des Nachweises der Afrikanischen Schweinepest in der EU und ausgewählte nicht-EU-Länder 2020

Zeitraum: 01.01.2020 – 02.03.2020

Nachweise bei Hausschweinen

Mitgliedstaat
Datum des letzten Nachweises
Anzahl der Betriebe mit Nachweisen in 2020
Bulgarien25.02.202011
Rumänien28.02.2020 146
Griechenland05.02.20201

Nachweise bei Wildschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise in 2020

Estland

12.02.2020

12

Italien (Sardinien)

07.02.2020

32

Lettland26.02.2020
64

Litauen

28.02.2020

50

Polen

28.02.2020

933

Ungarn

23.02.2020

717

Rumänien27.02.2020275
Belgien07.01.20201
Bulgarien17.02.2020207
Slowakei 26.02.202019
Serbien07.02.202030
Moldawien28.02.20202

Gesamt

2342

Quelle: Animal Disease Notification System (ADNS) der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/adns/index_en.htm),

Eine aktuelle Karte mit den eingerichteten Restriktionsgebieten innerhalb der EU ist hier zu finden.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung die fast immer tödlich ist! Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko! Ein Impfstoff gegen ASP ist nicht verfügbar!

Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der ASP ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet. Im Falle der ASP bei Wildschweinen werden ebenfalls Restriktionszonen (gefährdetes Gebiet (=Seuchengebiet) mit einem Radius von ca. 15 km und Pufferzone mit einem Radius von ca. 30 km um den Fund- oder Erlegungsort) eingerichtet.

Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und in der Folge für die landwirtschaftliche Produktion.

Besondere Gefahren der Einschleppung der ASP aus den betroffenen Regionen:

  • Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde
  • Teile von Schweinen oder Wildschweinen (z. B. Häute, unbehandelte Jagdtrophäen)
  • Gegenstände und Fahrzeuge, die Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen hatten (z. B. Kleidung, Jagdwaffen)
  • Lebende Schweine oder Wildschweine
  • Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt auf die Gefahren der Verbreitung der ASP hingewiesen werden
  • Bitte informieren Sie sich vor einer Auslandsreise, insbesondere vor einer Jagdreise über den Tierseuchenstatus, wenn Sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden

Beachten Sie bitte die diversen Merkblätter am rechten Rand dieser Seite. Informationen zur Infektion mit dem Virus der ASP sind im Steckbrief zur ASP des Friedrich-Loeffler-Institutes zu finden.

Programm zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest und der Klassischen Schweinepest in Niedersachsen (ASP/KSP-Monitoring):

Da in der Regel nicht alle Tiere eines Bestandes gleichzeitig infiziert werden, können die ersten Symptome einer Infektion eines Bestandes mit ASP leicht übersehen werden. Bis zur Ausbreitung der Seuche im gesamten Bestand können abhängig von den betriebsspezifischen Gegebenheiten durchaus einige Wochen vergehen. Bei unklarem Krankheitsgeschehen im Bestand ist deshalb unbedingt frühzeitig eine Ausschluss-Diagnostik auf Schweinepest durchzuführen!

Das Niedersächsische Früherkennungsprogramm der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest ruht auf mehreren Säulen. Es werden sowohl Haus- als auch Wildschweine untersucht. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Tierhalter, die Tierärzte und die Jäger. Lesen Sie mehr ...

Was können Schweinehalter gegen die Afrikanische Schweinepest tun?

Bei der Verhinderung der Einschleppung und ggf. der Verschleppung der Seuche kommt der Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung eine ganz entscheidende Rolle zu:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden
  • Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden bzw. Speisereste sicher entsorgt werden.
  • Generell muss auf eine gute allgemeine Betriebshygiene geachtet werden!
  • Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.. Merkblatt für Landwirte beachten!
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu)
  • Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen.
  • Merkblatt für Jäger beachten!
  • Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.


Schweine in Suhle Bildrechte: Tierschutzdienst Niedersachsen
Krisenpläne der Wirtschaft

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