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Welche Seuchen stehen vor der Tür?

Stand: 07.08.2026


In einer zunehmend vernetzten Welt ist das Auftreten einer Tierseuche an jedem Ort der Welt eine Gefahr. Durch internationalen Handel und Tourismus können Seuchenerreger jederzeit eingeschleppt werden. Je mehr Tiere und Menschen in einer Region leben, desto höher sind die möglichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden. Daher muss gerade in einer bevölkerungsreichen und viehdichten Region wie Niedersachsen Vorsorge getroffen werden.


Darüber hinaus begünstigt der Klimawandel den Anstieg von vektorübertragenen Krankheiten (durch Vektoren wie z.B. Stechmücken oder Zecken). Was lange Zeit als Problem für tropische und subtropische Regionen galt, hat sich allmählich nach Norden ausgebreitet. Auch die kompetenten Vektorpopulationen haben ihren Lebensraum kontinuierlich ausgedehnt.

Das Friedrich-Loeffler Institut (FLI) beobachtet im Rahmen der Prävention die weltweite Tierseuchensituation und macht frühzeitig auf eventuelle Gefahren aufmerksam, zum Beispiel die drohende Einschleppung von Tierseuchenerregern durch lebende Tiere oder Erzeugnisse. Aktuelle Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen, die für Deutschland relevant sind, bietet das Radar Bulletin des FLI (Link). Diese Risikobeurteilung erscheint monatlich und bewertet die Gefahrenlage für Deutschland mit Hilfe der Ampelfarben.

Informationen zu in Europa relevanten Tierseuchen finden sich auch hier auf Tierseucheninfo.de – nach Tierarten sortiert. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht (inklusive weiterführender Links) über ausgewählte Tierseuchen, die es bereits nach Europa geschafft haben.

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Lumpy Skin Krankheit


Die Lumpy Skin-Krankheit ist eine meldepflichtige virale Erkrankung von Rindern. Klinisch erkrankte Tiere zeigen Fieber, Apathie, Milchrückgang, Augen- und Nasenausfluss und später typische Hautveränderungen/ Hautknoten am ganzen Körper. Die oberflächlichen Lymphknoten sind meist geschwollen; tragende Tiere können abortieren. Die Übertragung des Virus erfolgt in erster Linie durch blutsaugende Insekten. Übertragungen sind aber ebenfalls durch mit Speichel kontaminiertes Futter bzw. Wasser, kontaminiertes Werkzeug oder Personal möglich. Tiertransporte (legale oder illegale) können zur Verbreitung der Seuche beitragen. > mehr

Bildrechte: © LAVES, Tierschutzdienst NDS
Maul- und Klauenseuche

Die Maul- und Klauenseuche ist eine meldepflichtige, hochansteckende, akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung. Sie kann alle Klauentiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Rot-, Reh- und Damwild befallen. Betroffene Rinder zeigen hohes Fieber, Milchrückgang, Appetitlosigkeit und Apathie, sowie die Bildung typischer Blasen am Maul und auf der Zunge (dort auch „Aphthen“ genannt), an den Klauen und den Zitzen. Beim Schwein treten Blasen vorwiegend an den Klauen und der Rüsselscheibe auf. Die häufigste Übertragungsart der MKS ist der Kontakt zwischen erkrankten und empfänglichen Tieren. In Europa gab und gibt es immer wieder Ausbrüche in verschiedenen Ländern. > mehr

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Epizootische Hämorrhagie der Hirsche (EHD)


Die Epizootische Hämorrhagie der Hirsche ist eine meldepflichtige virale Infektionskrankheit der Wiederkäuer. Die Krankheit zeigt einen ähnlichen Verlauf wie die Blauzungenkrankheit. Die klinischen Symptome sind dann von denen einer BTV-Infektionen nicht zu unterscheiden (u.a. Fieber, Mattigkeit, Blutungen, Ödeme, Atembeschwerden, Lahmheiten). Schafe sind gar nicht oder nur schwer infizierbar. EHD wird durch blutsaugende Insekten (Gnitzen) übertragen. Ungeborene Kälber können sich intrauterin infizieren, darüber hinaus ist eine Ansteckung von Tier zu Tier nicht möglich. Während die Übertragung durch die Gnitzen in tropischen Zonen das ganze Jahr über stattfinden kann, erfolgt eine Infektion in gemäßigten Zonen überwiegend im Spätsommer und Herbst. > mehr

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Pockenseuche der Schafe und Ziegen


Die Pockenseuche bei Schafen und Ziegen ist eine hochansteckende und meldepflichtige Viruserkrankung der Schafe und Ziegen. Die Schaf- und Ziegenpocken sind sehr wirtsspezifisch. Klinisch erkrankte Tiere zeigen Hautveränderungen, die von Knötchen über Papeln zu Vesikeln werden. Pockenseuche lässt sich klinisch nicht von Maul- und Klauenseuche (MKS), Blauzungenkrankheit (BTV), Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR) sowie Lippengrind (Orf) unterscheiden und macht im Verdachtsfall eine Ausschlussdiagnostik zwingend notwendig. Übertragen wird der Erreger vor allem durch direkten Kontakt und der Inhalation von erregerhaltigen Aerosolen sowie eine indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände (z.B. Schermaschine) oder Personen (z.B. Stallkleidung). In Ländern Nordafrikas, Kleinasien (Türkei) und teilen Asiens ist Pockenseuche endemisch. Seit 2023 sind südeuropäische Länder betroffen. > mehr

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Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR)

Die Pest der kleinen Wiederkäuer (Peste des petits ruminants = PPR) ist eine hochansteckende und meldepflichtige Viruserkrankung der Schafe und Ziegen. Die klinischen Symptome sind sehr unspezifisch. Neben hohem Fieber kommt es zu wässrigem Nasen- und Augenausfluss, Anorexie, Verstopfung oder Durchfall, Lungenentzündung und schwerwiegenden Läsionen im Maul und am Zahnfleisch. Klinisch ist eine Unterscheidung zu anderen erosiven Haut- und Schleimhauterkrankungen mit schwerer Störung des Allgemeinbefindens nicht möglich. Übertragen wird die PPR durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder der Inhalation von erregerhaltigem Material. Eine Verschleppung des Virus ist durch infizierte Schlachtkörper und Rohmilch sowie symptomlos erkrankten Tieren möglich. Die PPR ist in Nordafrika, Kleinasien (Türkei) und Teilen Asiens endemisch. Seit 2018 werden Ausbrüche im Süden Europas gemeldet. > mehr
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Shamonda-Virus (SHAV)


Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in Süddeutschland erstmals das "Shamonda-like"-Virus (SHAV) bei Rindern nachgewiesen. Das Orthobunyavirus, das primär über blutsaugende Gnitzen übertragen wird, verursacht bei adulten Wiederkäuern meist milde bis moderate Symptome wie akutes Fieber, wässrigen Durchfall und einen plötzlichen Rückgang der Milchleistung. Von entscheidender Bedeutung ist das erhebliche Risiko für tragende Tiere, da die Infektion zu Aborten, Totgeburten und schweren Fehlbildungen bei Neugeborenen führen kann. Für den Menschen und den Verzehr von tierischen Produkten besteht laut FLI keine Gefahr. Da aktuell kein Impfstoff existiert, werden Tierhalter in Niedersachsen zu erhöhter Aufmerksamkeit und zur sofortigen Abklärung auffälliger Fälle durch den Hoftierarzt aufgerufen. > mehr

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