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Schmallenberg-Virus-Infektionen in Deutschland

Stand: 25.05.2020


Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 33 Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus festgestellt, Niedersachsen war nicht betroffen. Bis Mai 2020 wurden insgesamt 13 Infektionen in Deutschland festgestellt. In Niedersachsen wurde im Februar 2020 ein Fall von SBV bei Kälbern nachgewiesen.

Erstmals wurde das Schmallenberg-Virus (SBV) im November 2011 durch das Friedrich-Loeffler-Institut nachgewiesen (s. "Steckbrief Schmallenberg-Virus"). Betroffene Tierarten sind Wiederkäuer sowie Wildwiederkäuer. Für Menschen stellt das Virus keine Gefahr dar, wie das Robert-Koch-Institut in einer Studie überprüfte.

SBV löst bei Wiederkäuern (Rindern, Schafen, Ziegen und weiteren Wiederkäuern) unspezifische Symptome aus. Die Übertragung des Virus erfolgt transplazentar (von der Mutter auf das Kalb/Lamm) und über Insekten (Gnitzen). Infizierte adulte Tiere zeigen keine oder kurzzeitig milde Symptome wie Fieber, Milchleistungsrückgang oder Durchfall. Werden die Tiere jedoch während einer empfänglichen Phase in der Trächtigkeit (Rinder mutmaßlich zwischen dem 75. und 175. Tag, Schafe etwa zwischen dem 30. und 50. Tag) infiziert, können schwere Missbildungen bei den Neugeborenen auftreten (Link zu den Missbildungen).

Bei der Infektion mit dem Schmallenberg-Virus handelt es sich um eine meldepflichtige Tierkrankheit (Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten). Eine Meldung muss jedoch erst erfolgen, wenn mittels molekularbiologischer Methoden (sog. Polymerase-Kettenreaktion, PCR) das Virus direkt nachgewiesen werden konnte. Ein Nachweis von Antikörpern muss hingegen nicht gemeldet werden.

Prophylaktische Maßnahmen zum Schutz vor Schmallenberg-Virus Infektionen:

In Betracht kommt der Schutz empfänglicher Tiere vor Gnitzen/Mücken, um das Infektionsrisiko insbesondere während der Vektor-aktiven Zeit zu mindern. Darüber hinaus kann der Besamungszeitpunkt weiblicher Tiere so gelegt werden, dass die empfängliche Phase der Trächtigkeit außerhalb der Vektor-aktiven Zeit liegt.

Seit dem 6. Februar 2015 ist zudem ein inaktivierter Impfstoff (Zulvac SBV von Zoetis) zur Impfung von Rindern und Schafen in der EU zugelassen. Dieser Impfstoff ist seit Herbst 2017 nun auch in Deutschland verfügbar. Weitere Informationen erhalten Sie direkt beim Hersteller.

Verbreitung des Virus

Beginnend im deutsch-niederländischen Grenzgebiet breitete sich das SBV innerhalb kürzester Zeit deutschlandweit und über weite Teile Europas aus. Zwischen Anfang 2012 und 2014 wurden in Deutschland Infektionen in über 2500 Rinder-, Schaf- und Ziegenbetrieben festgestellt. Die Zahl der Infektionen war in den letzten Jahren stark rückläufig, sodass nur noch vereinzelt SBV Infektionen gemeldet wurden.

Die Verbreitung des SBV in der Wildtierpopulation wird anhand von Antikörpern in Blutproben ermittelt. Im Jagdjahr 2018/2019 konnten in Niedersachsen in 13 % der Blutproben Antikörper gegen das SBV nachgewiesen werden, im Jagdjahr 2019/2020 waren noch 12,2 % der Blutproben positiv.

Das Schmallenberg-Virus ist nicht in der Liste der OIE ausgeführt oder Gegenstand von OIE-Handelsstandards bzw. -restriktionen. Es handelt sich nicht um eine anzeigepflichtige Krankheit.

Viele Drittstaaten verbieten oder beschränken seit 2012 die Einfuhr von Wiederkäuern (Link mit den Einfuhrbestimmungen der Drittländer). Einige Drittstaaten fordern deshalb für den Handel von Zuchttieren, Samen, etc. die SBV-Freiheit (durch serologische (= Antikörper) oder virologische (= Virusgenom) Nachweise) der zu verbringenden Tiere bzw. der Tiere von denen die Erzeugnisse stammen.

Die Untersuchungen können an den beiden Veterinärinstituten des LAVES durchgeführt werden. Dazu können Serumproben oder missgebildete Lämmer bzw. Kälber nach vorheriger Absprache mit den Untersuchungslaboren eingesandt werden.


Links:

European Commission – Control Measures

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)


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