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Aviäre Influenza

Stand: 15.09.2021


Aktuell


Ganzjähriges Vorkommen der HPAI-Viren im europäischen Raum.

Ausbrüche der Geflügelpest bei Rassegeflügel und Wildvögeln über den Sommer 2021 auch in Niedersachsen

Neue Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts: Hohes Risiko eines erneuten Aufflammen der Geflügelpest im Laufe des herbstlichen Vogelzuges


Übersicht

Was ist Geflügelpest?

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza - Risikoeinschätzung

HPAI-Lage in Europa

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu toten oder erkrankten Vögeln


Was ist Geflügelpest?

Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI) wird Geflügelpest genannt und führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit stark erhöhten Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie in einem Factsheet zur Aviären Influenza (nicht barrierefrei, pdf, 0,37 MB) hier.

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Mäßiges bis hohes Risiko:

Das Risiko weiterer Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird durch das FLI als mäßig eingeschätzt.

Für die Verschleppung des Virus zwischen Haltungen innerhalb Deutschlands ist von einem mäßigen Risiko auszugehen.

Das FLI bewertet ein Wiederaufflammen der Geflügelpest und einen Wiedereintrag mit anschließender Ausbreitung der hochpathogenen Influenza-A-Viren in der Wasservogelpopulation im Laufe des kommenden Vogelzuges mit einem hohen Risiko.

Geflügelhalter sind angehalten die Biosicherheitsmaßnahmen ggf. zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.


HPAI-Lage in Europa

Über den Sommer meldeten vor allem nordeuropäische Länder vereinzelte Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln aus den Brutregionen von Gänsen und Enten. Seit Juni 2021 wurden aus fünf europäischen Ländern (Polen, Kosovo, Dänemark, Frankreich, Belgien, Luxemburg) Ausbrüche der Geflügelpest bei Geflügel bzw. gehaltenen Vögeln gemeldet. Der letzte Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza in Europa wurde am 06.09.2021 in Luxemburg festgestellt.

Das Geflügelpestgeschehen hat sich über den Sommer 2021 zwar beruhigt, ist aber nicht zum vollständigen Erliegen gekommen. Die ganzjährige Gegenwart von HPAI-Viren im europäischen Raum lässt auf eine endemische Etablierung dieser HPAI-Viren schließen.

Auch aus dem westlichen Teil Russlands, an der nord-kasachischen Grenze, werden wieder Ausbrüche der Geflügelpest bei gehaltenen Vögeln und bei Geflügel gemeldet. Der letzte Ausbruch vom 20.08.2021 weist daher auf ein immer noch aktives Ausbruchsgeschehen hin.

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

Von November 2020 bis April 2021 kam es in fast allen Bundesländern Deutschlands zu einem großen, überregionalen Ausbruchsgeschehen der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI). In über 250 Geflügelbeständen wurde der Ausbruch der Geflügelpest festgestellt. Neben Hühnern, Gänsen, Enten und Fasanen aus Hobbyhaltungen waren auch Legehennen, Masthühner, Mastputen, Mastenten und Zuchtbetriebe aus kommerziellen Haltungen betroffen. Vereinzelt waren auch Vögel aus Tierparks betroffen. Seit April 2021 sind die Ausbrüche rückläufig.

Der letzte Ausbruch der Geflügelpest (HPAI) wurde am 25.06.2021 in Niedersachsen festgestellt.


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

Von November 2020 bis Mai 2021 wurden in über 70 niedersächsischen Geflügelhaltungen der Ausbruch der Geflügelpest festgestellt.

Der letzte Ausbruch der Geflügelpest (HPAI) wurde in einer gemischten Haltung mit Rassegeflügel, Legehühnern, Enten und Gänsen des Landkreises Osnabrück am 25.06.2021 festgestellt. Das Geflügel hatte im Auslauf Zugang zu einer Wiese mit einem Teich, welche auch von wilden Wasservögeln frequentiert wurde.

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Von Oktober 2020 bis Juli 2021 kam es zu zahlreichen Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln (vor allem Pfeifenten, Nonnengänse und Greifvögel) in 14 Bundesländern. Seit April 2021 sind die Ausbrüche bei Wildvögeln rückläufig. Dennoch wurden auch im Sommer aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen weitere Ausbrüche bei Wildvögeln gemeldet.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Von November 2020 bis Juli 2021 wurde in zahlreichen Untersuchungen von Wildvögeln hochpathogenes AI-Virus nachgewiesen. Insgesamt kam es in über 30 niedersächsischen Landkreisen / kreisfreien Städten / Region Hannover zu über 180 Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln.

Die letzte Feststellung der Geflügelpest (HPAI) bei einem Wildvogel erfolgte am 27.07.2021.


Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Die Bekämpfung wird nach der Geflügelpestverordnung und nach EU-Recht durchgeführt. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen örtlichen Veterinäramt mitgeteilt werden, das zur Abklärung Proben entnimmt und in amtlichen Laboren untersuchen lässt. Wenn vermehrt tote Wildvögel beobachtet werden, insbesondere Enten und Gänse, sollte dies ebenfalls dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Im Falle des Ausbruchs ist die Behandlung der erkrankten Tiere verboten. Es wird die tierschutzgerechte Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere des betroffenen Bestandes angeordnet. Weitere Maßnahmen bestehen unter anderem in der Einrichtung von Sperrzonen (3 km Schutzzone, 10 km Überwachungszone) mit Handels- und Verbringungsbeschränkungen und einer unverzüglichen Meldepflicht aller Geflügelhalter. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Verbreitung des AI-Virus zu verhindern.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Darum müssen die empfohlenen Biosicherheitsmaßnehmen, auch über die gesetzlich verpflichtenden Grundregeln der Biosicherheit hinaus, konsequent eingehalten und überprüft werden. Das Vorhandensein einer physischen Barriere zwischen Geflügel und dem Lebensraum von wildlebenden Wasservögeln (zum Beispiel Gewässer oder Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) ist wesentlich. Geflügelhaltungen dürfen nur mit sauberen Gegenständen (Schuhwerk, Schutzkleidung, Schubkarre, Fahrzeuge et cetera) betreten werden. Futter, Wasser und Einstreu muss vor Verunreinigung durch Wildvögel geschützt sein.

Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit unerlässlich. Bei einem Anstieg von Geflügelverlusten oder deutlichen Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme sind unverzüglich Abklärungsuntersuchungen durch einen Tierarzt durchzuführen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Zur frühen Erkennung von Geflügelpest wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.




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