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Aviäre Influenza

Stand: 09.06.2021


Aktuell

Deutschlandweit kommt es noch zu einzelnen Ausbrüchen der Geflügelpest. In Niedersachsen wurde der letzte Ausbruch am 10. Mai 2021 festgestellt.

Seit dem 09. Juni 2021 gilt in Niedersachsen die Geflügelpest als erloschen. Durch die betroffenen Landkreise wurden die Restriktionszonen, die Aufstallungsanordnungen für Geflügel in Freilandhaltungen und Wiedereinstallungsverbote wieder aufgehoben.

Das Friedrich-Loeffler-Institut warnt weiterhin vor einem mäßigen Eintragsrisiko und weist auf die Einhaltung sowie Intensivierung der Biosicherheitsmaßnahmen hin.


Übersicht

Was ist Geflügelpest?

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza - Risikoeinschätzung

AI-Ausbrüche in Europa

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu toten oder erkrankten Vögeln


Was ist Geflügelpest?

Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI) wird Geflügelpest genannt und führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit stark erhöhten Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie in einem Factsheet zur Aviären Influenza (nicht barrierefrei, pdf, 0,37 MB) hier.

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Mäßiges Risiko / Regional Hohes Risiko:

Das deutschlandweite Risiko weiterer Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird durch das FLI als mäßig eingeschätzt.

Für die Verschleppung des Virus zwischen Haltungen innerhalb Deutschlands ist von einem mäßigen Risiko auszugehen. Hier stellen eine hohe Geflügeldichte in der Region, die Abgabe von Lebendgeflügel im Reisegewerbe sowie das innergemeinschaftliche Verbringen von Geflügel aus und in Länder mit einem ausgeprägten HPAI Geschehen besondere Risikofaktoren dar.

Geflügelhalter sind angehalten die Biosicherheitsmaßnahmen ggf. zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.


AI-Ausbrüche in Europa

Seit Oktober 2020 haben 27 europäische Länder über 1.200 Ausbrüche bei Geflügel mit Verlusten von mehreren Millionen Tieren gemeldet. Im März hatte das Ausbruchsgeschehen eine neue Dynamik erfahren. Vor allem in Polen kam es zu einem massiven Ausbruchsgeschehen bei dem der Handel mit Lebendgeflügel erheblich zur Seuchenverschleppung beigetragen hat.

Seit Anfang April sind die Ausbruche beim Geflügel und bei Wildvögeln europaweit rückläufig. Dennoch wurden für den Monat Mai 2021 in Europa immer noch über 90 Ausbrüche in Geflügelhaltungen und über 140 Ausbrüche bei anderen Vögeln einschließlich Wildvögel gemeldet.

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

Seit dem 04. November 2020 kam es in Deutschland zu einer Reihe von Geflügelpestausbrüchen mit den HPAI Subtypen H5N8, H5N5 und H5N1 in Geflügelbeständen. Im März 2021 kam es zu einem massiven Ausbruchsgeschehen der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) vornehmlich in Baden-Württemberg und Thüringen, aber auch in Nordrhein-Westfalen. Durch den überregionalen Lebendgeflügelhandel konnte sich das Virus schnell überregional ausbreiten. Insgesamt wurde in über 250 Geflügelbeständen aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen die Geflügelpest amtlich festgestellt. Neben Hühnern, Gänsen, Enten und Fasanen aus Hobbyhaltungen sind auch Legehennen, Masthühner, Mastputen, Mastenten und Zuchtbetriebe aus kommerziellen Haltungen betroffen. In Hessen und Rheinland-Pfalz wurde die Geflügelpest bei Vögeln aus Tierparks festgestellt.

Seit April 2021 sind die Ausbrüche rückläufig und der letzte Ausbruch der Geflügelpest (HPAI) wurde am 27.05.2021 in Bremen festgestellt.


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

VonNovember 2020 bis Mai 2021 wurden in 71 niedersächsischen Geflügelhaltungen der Ausbruch der Geflügelpest festgestellt. In fast allen Fällen konnte hochpathogenes Virus des Subtyps H5N8 (HPAI H5N8) nachgewiesen werden. In sechs Fällen konnte der hochpathogene Subtyp H5N1 (HPAI H5N1) festgestellt werden. Hauptsächlich waren kommerzielle Putenhaltungen betroffen. Aber auch in Legehennen- und Entenhaltungen, sowie in einer Elterntierhaltung für Masthähnchen und in Kleinsthaltungen wurde das Virus nachgewiesen.

Der letzte Ausbruch der Geflügelpest (HPAI) wurde in einer Putenhaltung des Landkreises Emsland am 08.05.2021 festgestellt.

Alle Restriktionszonen und Verbote der Wiederaufstallung sind von den betroffenen Landkreisen aufgehoben worden.

Am 09.06.2021 wurde die HPAI Krise in Niedersachsen für erloschen erklärt.


HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Seit Ende Oktober 2020 kam es zu zahlreichen Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln (vor allem Pfeifenten, Nonnengänse und Greifvögel) in 14 Bundesländern. Seit April 2021 sind die Ausbrüche bei Wildvögeln rückläufig. Dennoch wurden im Mai 2021 vornehmlich aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen über 50 Ausbrüche bei Wildvögeln gemeldet.

In vielen Proben konnte das hochpathogene aviäre Influenza Virus des Subtypen H5N8 (HPAI H5N8) nachgewiesen werden. In einigen Proben konnten die Subtypen HPAI H5N5, H5N3, H5N1 und H5N4 nachgewiesen werden. Das Virus der Geflügelpest wurde nicht nur bei toten, sondern auch bei klinisch gesunden beprobten Enten und Gänsen bzw. in Kotproben dieser Vögel nachgewiesen.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Von November 2020 bis Mai 2021 wurde in zahlreichen Untersuchungen von Wildvögeln hochpathogenes AI-Virus nachgewiesen. Dabei wurde vorwiegend der Subtyp H5N8 (HPAI H5N8) festgestellt und vereinzelt wurden die Subtypen H5N1, H5N3 und H5N4 als Varianten nachgewiesen.

Seit April wurde vor allem im Bereich der Ems und des Dollart vermehrt der Subtyp H5N1 (HPAI H5N1) nachgewiesen.

Insgesamt kam es in 32 niedersächsischen Landkreisen / kreisfreien Städten / Region Hannover zu über 179 Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln.

Die letzte Feststellung der Geflügelpest (HPAI) bei einem Wildvogel erfolgte am 10.05.2021.


Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Die Bekämpfung wird nach der Geflügelpestverordnung und nach EU-Recht durchgeführt. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen örtlichen Veterinäramt mitgeteilt werden, das zur Abklärung Proben entnimmt und in amtlichen Laboren untersuchen lässt. Wenn vermehrt tote Wildvögel beobachtet werden, insbesondere Enten und Gänse, sollte dies ebenfalls dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Im Falle des Ausbruchs ist die Behandlung der erkrankten Tiere verboten. Es wird die tierschutzgerechte Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere des betroffenen Bestandes angeordnet. Weitere Maßnahmen bestehen unter anderem in der Einrichtung von Restriktionszonen (3 km Sperrbezirk, 10 km Beobachtungsgebiet) mit Handels- und Verbringungsbeschränkungen und einer unverzüglichen Meldepflicht aller Geflügelhalter. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Verbreitung des AI-Virus zu verhindern.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Darum müssen die empfohlenen Biosicherheitsmaßnehmen, auch über die gesetzlich verpflichtenden Grundregeln der Biosicherheit hinaus, konsequent eingehalten und überprüft werden. Das Vorhandensein einer physischen Barriere zwischen Geflügel und dem Lebensraum von wildlebenden Wasservögeln (zum Beispiel Gewässer oder Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) ist wesentlich. Geflügelhaltungen dürfen nur mit sauberen Gegenständen (Schuhwerk, Schutzkleidung, Schubkarre, Fahrzeuge et cetera) betreten werden. Futter, Wasser und Einstreu muss vor Verunreinigung durch Wildvögel geschützt sein.

Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit unerlässlich. Bei einem Anstieg von Geflügelverlusten oder deutlichen Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme sind unverzüglich Abklärungsuntersuchungen durch einen Tierarzt durchzuführen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Zur frühen Erkennung von Geflügelpest wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.




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