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Aviäre Influenza

Stand: 20.07.2022


Aktuell

Ausbruch der Geflügelpest in einer Gänsehaltung im LK Cuxhaven.
Entlang der Küste werden viele kranke und tote Wildvögel beobachtet. In zahlreichen Landkreisen an der Küste wurde bei Wildvögeln HPAI festgestellt. Weitere Ausbrüche der Geflügelpest in Deutschland und Europa über den Sommer.


Übersicht

Was ist Geflügelpest?

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza - Risikoeinschätzung

HPAI-Lage in Europa

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Schutzmaßnahmen vor Geflügelpest

Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu toten oder erkrankten Vögeln


Was ist Geflügelpest?

Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI) wird Geflügelpest genannt und führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit vielen Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie in einem Factsheet zur Aviären Influenza (nicht barrierefrei, pdf, 0,37 MB) hier.


Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Teilweise Hohes Risiko:

Das Risiko der Aus- und Weiterverbreitung der HPAI-H5 Viren in wildlebenden Wasservögeln wird als hoch eingestuft.

Das Risiko weiterer Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird durch das FLI als unterschiedlich eingeschätzt. In Gebieten in denen HPAI-infizierte Wildvögel gefunden werden wird das Risiko als hoch eingestuft. In anderen Gebieten, in denen für längere Zeit keine HPAI-Nachweise bei Wildvögeln erfolgt sind und keine Wasservogelansammlungen beobachtet werden, wird das Risiko als gering eingestuft.

Das Risiko des unerkannten Zirkulierens von HPAI-Viren in Wassergeflügelhaltungen (Gänsen, Enten) wird als mäßig eingeschätzt.

Derzeit wird das Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen innerhalb Deutschlands und Europas als gering angesehen.

Geflügelhalter sind angehalten die Biosicherheitsmaßnahmen zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.


Infektionen des Menschen mit dem HPAI-H5 Virus sind grundsätzlich möglich.

Es besteht kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Wer Kontakt zu infiziertem Geflügel hat, sollte sich durch adäquate Schutzkleidung vor einer möglichen Übertragung des Virus schützen.

Weitere Informationen zu humanen Erkrankungen mit der aviären Influenza finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Institutes.


HPAI-Lage in Europa

Seit Januar 2022 wurden aus 20 europäischen Ländern über 1.660 HPAI Ausbrüche bei Geflügel gemeldet. Dabei waren Frankreich und Ungern besonders schwer betroffen. Seit April 2022 geht die Zahl der Neuausbrüche deutlich zurück. Dennoch wurden seit dem 1. Juni 2022 HPAI Ausbrüche in Geflügelhaltungen aus den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Ungarn, Kroatien und Bulgarien gemeldet.

Bei den Wildvögeln wird im Küstenbereich Nordeuropas ein größeres Ausbruchsgeschehen beobachtet. Allein im Juni 2022 meldeten 13 europäische Länder über 200 HPAI positive Wildvogelfunde. Insbesondere bei den Brütenden Küstenvögeln wie Seeschwalben (Brandseeschwalben, Flussseeschwalben) werden tausende Toter Vögel in den Brutkolonien beobachtet.

Ganzjährige Nachweise von HPAI-Viren im europäischen Raum lassen auf eine endemische Etablierung dieser HPAI-Viren schließen.


HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

Seit April 2022 sind die Ausbrüche der Geflügelpest Rückläufig. Im Mai 2022 kam es zu einem Ausbruch in Schleswig- Holstein und Anfang Juni zu einem Ausbruch in Niedersachsen. Mitte Juli 2022 kam es wieder zu mehreren Ausbrüchen in Gänsehaltungen entlang der Nordseeküste. Dabei waren die Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen betroffen. Die letzten Ausbrüche der Geflügelpest waren am 15. und 20.07.2022 in Gänsehaltungen in Schleswig-Holstein und am 20.07.2022 in einer Gänsehaltung in Niedersachsen


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

Im Juni und im Juli 2022 kam es in Niedersachsen zu zwei Ausbrüchen der Geflügelpest. Betroffen waren jeweils kommerzielle Geflügelhaltungen bei denen die Tiere im Freiland gehalten wurden. Die Betriebe lagen in Küstennähe. Betroffen waren die Landkreise Aurich und Cuxhaven.

Letzte Ausbrüche der Geflügelpest:

Am 20.07.2022 wurde in einem Gänsebestand in Beverstedt, Landkreis Cuxhaven, HPAI des Subtypen H5N1 festgestellt.

Der betroffene Landkreis hat Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet.

Im Juni 2022 wurde in einer Rassegeflügelhaltung im Landkreis Aurich das Virus der niedrigpathogenen Aviären Influenza (LPAI) nachgewiesen. Dabei waren Hühner, Enten, Gänse und Wachteln betroffen.

Nähere Informationen sowie die Allgemeinverfügungen sind auf den Webseiten der betroffenen Landkreise zu finden.


HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Seit Juni 2022 wurden in Deutschland über 170 Wildvögel positiv auf HPAI-Viren untersucht. Dabei waren Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen. Vornehmlich wurde das HPAI Virus in Seeschwalben, Tölpeln und Möwenvögeln nachgewiesen, aber Greifvögel sowie Enten und Gänse waren ebenfalls betroffen.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Seit Juni 2022 wurden in Niedersachsen über 45 Wildvögel positiv auf HPAI-Viren untersucht. Dabei waren die Kreise Aurich, Cuxhaven, Diepholz, Friesland, Wesermarsch und die Stadt Wilhelmshaven betroffen.

Insbesondere auf den Nordseeinseln und entlang der Küste, sowie im Bereich des Banter Sees werden viele kranke oder tote Wildvögel beobachtet. Die Meldung von toten Tieren beim Veterinäramt ist nicht notwendig. Tote Tiere werden systematisch durch die Behörden eingesammelt.


Schutzmaßnahmen vor Geflügelpest

Sollten Sie kranke oder tote Wildvögel sehen, dann beachten Sie bitte folgende Schutzmaßnahmen:

  • Fassen Sie keine toten Vögel an!
  • Verhindern Sie einen Kontakt Ihres Hundes mit toten Vögeln!
  • Betreten Sie keinen Geflügelstall 48 Stunden nach Kontakt zu toten Vögeln!
  • Reinigen Sie Ihre Schuhe nach einem Küstenbesuch!

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das gehaltene Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.
Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit unerlässlich. Bei einem Anstieg von Geflügelverlusten oder deutlichen Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme hat der Halter unverzüglich Abklärungsuntersuchungen durch einen Tierarzt durchführen zu lassen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Zur frühen Erkennung von Geflügelpest wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.



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