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Aviäre Influenza

Stand: 30.03.2021


Aktuell

Im Landkreis Cloppenburg und im Landkreis Aurich kam es zu weiteren HPAI-Ausbrüchen. In Niedersachsen sind in dem Ausbruchsgeschehen mittlerweile über 65 Geflügelbestände betroffen. Deutschlandweit wurde in über 170 Geflügelbeständen aus 15 Bundesländern festgestellt.

Neben dem Landkreis Schaumburg haben auch die Städte Braunschweig und Wolfenbüttel sowie der Landkreis Hameln-Pyrmont eine kreisweite Aufstallung von Geflügel verfügt.


Übersicht

Was ist Geflügelpest?

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza - Risikoeinschätzung

AI-Ausbrüche in Europa

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu toten oder erkrankten Vögeln


Was ist Geflügelpest?

Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI) wird Geflügelpest genannt und führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit stark erhöhten Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie in einem Factsheet zur Aviären Influenza (nicht barrierefrei, pdf, 0,37 MB) hier.

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Hohes Risiko:

In der aktuellen Risikobewertung des FLI wird das Risiko von Ausbrüchen der Geflügelpest in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen weiterhin als hoch bewertet. Insbesondere in der Nähe von Wasservogelrastplätzen, einschließlich Ackerflächen auf denen sich wilde Wasservögel sammeln.

Die HPAI H5 Nachweise in Wasser- und Greifvögeln entlang der Küstenregionen der Nord- und Ostsee sowie die Einträge des Virus in Geflügelhaltungen standen zeitlich und räumlich mit dem Herbstzug von Wasservögeln im Zusammenhang. Mit dem Beginn des Frühjahrsvogelzuges nordischer Wasservögel ab Februar und noch stärker ab März kommt es zu starken Wanderbewegungen innerhalb Europas wodurch ein hohes Risiko der weiteren Ausbreitung der HPAI H5-Viren besteht.

Geflügelhalter sind angehalten die Biosicherheitsmaßnahmen ggf. zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.


AI-Ausbrüche in Europa

Seit dem 23. Oktober 2020 meldeten die Niederlande mehrere HPAI H5N8 Nachweise bei tot aufgefundenen Wildvögeln. Seither meldeten das Vereinigte Königreich, Frankreich, Irland, Dänemark, Belgien, Spanien, Italien, Norwegen, Ungarn, Litauen, Slowakei, Polen, Schweden, Rumänien, Tschechische Republik, Bulgarien, Österreich, die Schweiz, Finnland, Lettland, Estland und Deutschland weitere Wildvogelfälle bzw. Ausbrüche von HPAI des Subtyps H5 bei Geflügel. Von den Geflügelpest-Ausbrüchen sind sowohl Hobbyhaltungen als auch kommerzielle Betriebe betroffen. Weitere Informationen zur Situation in Europa sind in der Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ausführlich dargestellt.


HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

Seit dem 04. November 2020 kam es in Deutschland zu einer Reihe von Geflügelpestausbrüchen mit den HPAI Subtypen H5N8, H5N5 und H5N1 in Geflügelbeständen. Insgesamt wurde in 178 Geflügelbeständen aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen die Geflügelpest amtlich festgestellt. Neben Hühnern, Gänsen, Enten und Fasanen aus Hobbyhaltungen sind auch Legehennen, Masthühner, Mastputen, Mastenten und Zuchtbetriebe aus kommerziellen Haltungen betroffen. In Hessen und Rheinland-Pfalz bei Vögeln aus Tierparks festgestellt.


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

Seit November 2020 wurde in 67 niedersächsischen Geflügelhaltungen der Ausbruch der Geflügelpest festgestellt. In fast allen Fällen wurde hochpathogenes Virus des Subtyps H5N8 (HPAI H5N8) nachgewiesen. In zwei Fällen wurde der hochpathogene Subtyp H5N1 (HPAI H5N1) festgestellt. Hauptsächlich sind kommerzielle Putenhaltungen betroffen. Aber auch in Legehennen- und Entenhaltungen, sowie in einer Elterntierhaltung für Masthähnchen und in Kleinsthaltungen wurde das Virus nachgewiesen.

Seit dem 21. Dezember 2020 kam es zu mehreren Ausbrüchen der Geflügelpest in einer ersten Welle bis Ende Januar konzentrierte sich das Ausbruchsgeschehen vornehmlich auf die putendichten Regionen Niedersachsens. Betroffen waren die Landkreise Cloppenburg (CLP), Oldenburg (OL) und Cuxhaven (CUX) sowie Wittmund (WTM) mit einer Entenhaltung. Im Laufe des Februars konnten verschiedene Restriktionszonen und Ausbrüche wieder aufgehoben werden.

Seit dem 22.02.2021 kam es in Niedersachsen zu einer zweiten Welle von Ausbrüchen der Geflügelpest. Seitdem wurden 39 Ausbrüche der Geflügelpest in 8 Landkreisen (Ammerland (1), Aurich (2), Cloppenburg (20), Cuxhaven (1), Diepholz (4), Vechta (9), Wolfenbüttel (1), Wesermarsch (1)) festgestellt.

Die betroffenen Landkreise haben die vorgeschriebenen Restriktionszonen eingerichtet. Darüberhinaus hat der Landkreis CLP in einigen Gemeinden das Verbot einer Wiederaufstallung von Puten erlassen.

Nähere Informationen sowie die Allgemeinverfügungen sind auf den Webseiten der betroffenen Landkreise zu finden.


HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Seit Ende Oktober 2020 kam es zu zahlreichen Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln (vor allem Pfeifenten, Nonnengänse und Greifvögel) in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Bremen, Berlin, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen. Dabei häufen sich die Ausbrüche an der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste. Im Flutsaum vor Nordfriesland wurden mehr als 11.000 verendete Tiere (75% Nonnengänse und Pfeifenten) entdeckt. In vielen Proben konnte das hochpathogene aviäre Influenza Virus des Subtypen H5N8 (HPAI H5N8) nachgewiesen werden. In einigen Proben konnten die Subtypen HPAI H5N5, H5N3, H5N1 und H5N4 nachgewiesen werden. Das Virus der Geflügelpest wurde nicht nur bei toten, sondern auch bei klinisch gesunden beprobten Enten und Gänsen bzw. in Kotproben dieser Vögel nachgewiesen.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Seit dem 04. November 2020 wurde in zahlreichen Untersuchungen von Wildvögeln hochpathogenes AI-Virus nachgewiesen. Dabei wurde vorwiegend der Subtyp H5N8 (HPAI H5N8) festgestellt, vereinzelt wurden die Subtypen H5N1, H5N3 und H5N4 als Varianten nachgewiesen. In 25 niedersächsischen Landkreisen / kreisfreien Städten / Region Hannover (Aurich, Celle, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Grafschaft Bentheim, Friesland, Harburg, Helmstedt, Leer, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Nienburg, Oldenburg, Peine, Schaumburg, Stade, Verden, Wesermarsch, Wittmund sowie Stadt Braunschweig, Stadt Emden, Stadt Oldenburg, Stadt Wilhelmshaven und der Region Hannover) kam es zu insgesamt 104 Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln.


Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Die Bekämpfung wird nach der Geflügelpestverordnung und nach EU-Recht durchgeführt. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen örtlichen Veterinäramt mitgeteilt werden, das zur Abklärung Proben entnimmt und in amtlichen Laboren untersuchen lässt. Wenn vermehrt tote Wildvögel beobachtet werden, insbesondere Enten und Gänse, sollte dies ebenfalls dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Im Falle des Ausbruchs ist die Behandlung der erkrankten Tiere verboten. Es wird die tierschutzgerechte Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere des betroffenen Bestandes angeordnet. Weitere Maßnahmen bestehen unter anderem in der Einrichtung von Restriktionszonen (3 km Sperrbezirk, 10 km Beobachtungsgebiet) mit Handels- und Verbringungsbeschränkungen und einer unverzüglichen Meldepflicht aller Geflügelhalter. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Verbreitung des AI-Virus zu verhindern.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Darum müssen die empfohlenen Biosicherheitsmaßnehmen, auch über die gesetzlich verpflichtenden Grundregeln der Biosicherheit hinaus, konsequent eingehalten und überprüft werden. Das Vorhandensein einer physischen Barriere zwischen Geflügel und dem Lebensraum von wildlebenden Wasservögeln (zum Beispiel Gewässer oder Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) ist wesentlich. Geflügelhaltungen dürfen nur mit sauberen Gegenständen (Schuhwerk, Schutzkleidung, Schubkarre, Fahrzeuge et cetera) betreten werden. Futter, Wasser und Einstreu muss vor Verunreinigung durch Wildvögel geschützt sein.

Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit unerlässlich. Bei einem Anstieg von Geflügelverlusten oder deutlichen Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme sind unverzüglich Abklärungsuntersuchungen durch einen Tierarzt durchzuführen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Zur frühen Erkennung von Geflügelpest wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.




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