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Aviäre Influenza

Stand: 07.07.2020


Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI), auch Geflügelpest genannt, führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit stark erhöhten Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie hier.

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Nachdem es Anfang des Jahres in Süd- und Osteuropa zu einem größeren Ausbruchsgeschehen kam, hat sich die Situation der Aviären Influenza in Europa beruhigt. In Polen kam es seit April 2020 zu keinem weiteren Ausbruch. Die Anzahl der Ausbrüche hochpathogener Aviären Influenza in Ungarn und Bulgarien sind rückläufig.


AI-Ausbrüche in Europa

Bulgarien meldete zuletzt am 04.06.2020 einen HPAI H5-Ausbruch in einem Legehennenbetrieb mit 79.000 Tieren aus Zentral-Südbulgarien.

Ungarn meldete zuletzt am 05.06.2020 einen HPAI H5-Ausbruch in der besonders schwer betroffenen Region Bács-Kisun.

Italien meldete im Juni 2020 einen LPAI-Ausbruch in einer Straußenfarm. Die Tiere erschienen klinisch gesund und sind im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung positiv getestet worden.


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

In Deutschland kam es im ersten Quartal 2020 zu einer Reihe von HPAI H5N8-Ausbrüchen.

In Baden-Württemberg und in Sachsen waren Hühner und Enten aus zwei Hobbyhaltungen betroffen. Bei einem Tierpark in Sachsen wurde bei einer Ente HPAI-Virus des Subtyps H5N8 nachgewiesen. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt meldeten Ausbrüche in kommerziellen Putenhaltungen.

Der letzte HPAI-Ausbruch in Deutschland wurde am 31.03.2020 festgestellt.

AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

Am 20.03.2020 stellte Niedersachsen im LK Aurich den Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza des Subtyps H5N8 in einem kommerziellen Putenelterntierbetrieb fest. Am 24.04.2020 wurden die letzten Restriktionsmaßnahmen aufgehoben.

Seit dem 25.04.2020 ist Niedersachsen wieder frei von Aviärer Influenza.


Hochpathogene AI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Im Jahr 2020 gab es zwei Nachweise hochpathogener Aviärer Influenza bei Wildvögeln in Deutschland.

Im Januar 2020 war eine Blessgans aus Brandenburg und im März ein Mäusebussard aus Sachsen betroffen. In beiden Fällen wurde HPAI-Virus von Subtyp H5N8 nachgewiesen.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Im Jahr 2019 wurden in zwei Fällen bei Wildenten Aviäre Influenza vom Subtyp H5 LPAI festgestellt.

Im Januar 2020 wurde bei einer Wildente aus Cuxhaven niedrigpathogene Aviäre Influenza vom Subtyp H5 festgestellt.


Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Die Bekämpfung wird nach der Geflügelpestverordnung und nach EU-Recht durchgeführt. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen örtlichen Veterinäramt mitgeteilt werden, das zur Abklärung Proben entnimmt und in amtlichen Laboren untersuchen lässt. Wenn vermehrt tote Wildvögel beobachtet werden, insbesondere Enten und Gänsen, sollte dies ebenfalls dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Im Falle des Ausbruchs ist die Behandlung der erkrankten Tiere verboten. Es wird die tierschutzgerechte Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere des betroffenen Bestandes angeordnet. Weitere Maßnahmen bestehen u.a. in der Einrichtung von Restriktionszonen (3 km Sperrbezirk, 10 km Beobachtungsgebiet) mit Handels- und Verbringungsbeschränkungen und einer unverzüglichen Meldepflicht aller Geflügelhalter. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Verbreitung des AI-Virus zu verhindern.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Für alle Geflügelhalter (insbesondere Putenhalter) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des AI-Virus zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung zu verhindern, dass das Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Für eine gute betriebliche Seuchenvorsorge ist die konsequente Einhaltung und Optimierung der Biosicherheitsmaßnahmen, sowie die Beschränkung von Fahrzeug- und Personenverkehr auf ein unerlässliches Mindestmaß, zwingend erforderlich.

Aufgrund der Gefahr einer schnellen Verbreitung der AI-Infektion ist die Früherkennung für die effektive und schnelle Bekämpfung der Aviären Influenza essentiell. Aus diesem Grund sollte schon beim Auftreten von Auffälligkeiten unterhalb der rechtlich vorgegebenen Schwellenwerte eine Ausschlussdiagnostik auf das AI-Virus durchgeführt werden.

Zur frühen Erkennung wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen von AI-Viren bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.


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