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Aviäre Influenza

Stand: 26.11.2021


Aktuell

Weitere Geflügelpest Ausbrüche in NRW!

Aktuelle Karte: Aufstallung von Geflügel in Niedersachen und Bremen

Insgesamt 9 nds. Kreise von Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln betroffen!

Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (vom 26.10.2021): das Risiko einer Ausbreitung von HPAIV H5 bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel in Deutschland wird als hoch eingestuft


Übersicht

Was ist Geflügelpest?

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza - Risikoeinschätzung

HPAI-Lage in Europa

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu toten oder erkrankten Vögeln


Was ist Geflügelpest?

Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI) wird Geflügelpest genannt und führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit vielen Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie in einem Factsheet zur Aviären Influenza (nicht barrierefrei, pdf, 0,37 MB) hier.

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Mäßiges bis hohes Risiko:

Das Risiko weiterer Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird durch das FLI als hoch eingeschätzt.

Für die Verschleppung des Virus zwischen Haltungen innerhalb Deutschlands ist von einem mäßigen Risiko auszugehen.

Das FLI bewertet ein Wiederaufflammen der Geflügelpest und einen Wiedereintrag mit anschließender Ausbreitung der hochpathogenen Influenza-A-Viren in der Wasservogelpopulation im Laufe des kommenden Vogelzuges mit einem hohen Risiko.

Geflügelhalter sind angehalten die Biosicherheitsmaßnahmen zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.


HPAI-Lage in Europa

Über den Sommer meldeten vor allem nordeuropäische Länder vereinzelte Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln aus den Brutregionen von Gänsen und Enten. So wurden zuletzt HPAI-Viren bei Wildvögeln aus den Ländern Deutschland, Finnland, Frankreich, Niederlande, Russland und Schweden gemeldet.

Die ganzjährigen Nachweise von HPAI-Viren im europäischen Raum lässt auf eine endemische Etablierung dieser HPAI-Viren schließen.

In Europa wurden seit dem 10.09.2021 in Belgien, Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, Kosovo, Italien, Estland und der Ukraine neue HPAI H5-Ausbrüche bei Geflügel bzw. gehaltenen Vögeln festgestellt. Finnland, Schweden, Estland, Serbien meldeten darüber hinaus Fälle bei Wildvögeln.

Auch aus dem westlichen Teil Russlands, an der nord-kasachischen Grenze, werden seit August 2021 Ausbrüche der Geflügelpest mit dem Subtypen HPAI H5N1 bei gehaltenen Vögeln und bei Geflügel gemeldet. Zuletzt waren Mitte Oktober mehrere kommerzielle Geflügelhaltungen betroffen.

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

Das überregionale Ausbruchsgeschehen der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) mit Ausbrüchen in über 250 Geflügelbeständen hat sich im Sommer 2021 beruhigt.

Am 21.10.2021 wurde der erste Ausbruch der Geflügelpest nach 3 Monaten bei einem gehaltenen Vogel gemeldet. In Mecklenburg-Vorpommern wurde bei einem verendeten Storch in einem Tierpark in Greifswald HPAI H5N1 nachgewiesen.

Seither kam es zu insgesamt über 20 Ausbrüchen der Geflügelpest mit dem Subtyp HPAI H5N1. In den betroffenen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind neben Hobbygeflügelhaltern und einem Tierpark auch kommerzielle Puten-, Gänse-, Enten- und Hühnerhaltungen betroffen.

Seit dem 18.11.2021 ist auch Nordrhein-Westfalen betroffen mit bisher 3 Ausbrüchen in Geflügelhaltenden Betrieben betroffen.


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

Von November 2020 bis Juni 2021 wurden in über 70 niedersächsischen Geflügelhaltungen Geflügelpest-Ausbrüche festgestellt.

Seit dem 23. Oktober 2021 sind die niedersächsischen Landkreise Cuxhaven und Stade von Geflügelpestausbrüchen in Schleswig-Holstein betroffen.

Seit 10.11.2021 wurden in den Landkreisen Aurich, Cloppenburg, Cuxhaven, Osnabrück und Nienburg in 8 Geflügelbetrieben das Geflügelpest-Virus des Subtyps HPAI H5N1 festgestellt. Neben 4 Putenmastbetrieben in den Landkreisen Cloppenburg und Osnabrück sind niedersachsenweit auch Entenmastbetriebe, Freilandlegehennen- und Putenelterntierbetriebe betroffen. Die Bestände wurden geräumt.

Letzter Ausbruch der Geflügelpest:

Am 17.11.2021 wurde bei einem Enten- und Hähnchenmastbetrieb im Landkreis Cuxhaven HPAI H5N1 festgestellt.

Die betroffenen Landkreise haben Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet.

Im November wurde im Landkreis Emsland bei einem Enten- und Gänsemastbestrieb das Virus der niedrigpathogenen Aviären Influenza (LPAI) nachgewiesen. Der Bestand wurde unter amtliche Überwachung gestellt und die Tiere der Schlachtung zugeführt.

In vielen Landkreisen entlang der Küste und der Geflügeldichten Regionen wurde die kreisweite Aufstallung von in Freiland gehaltenem Geflügel verfügt. In diesen Landkreisen ist das Halten von Geflügel im Freiland nur mit einer Ausnahmegenehmigung und unter Einhaltung amtlicher Auflagen möglich. Bitte beachten Sie die Karte der aktuellen Aufstallungsgebote in Niedersachsen und Bremen.

Nähere Informationen sowie die Allgemeinverfügungen sind auf den Webseiten der betroffenen Landkreise zu finden.

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Von Oktober 2020 bis Mai 2021 kam es zu zahlreichen Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln (vor allem Pfeifenten, Nonnengänse und Greifvögel) in 14 Bundesländern. Über den Sommer wurden vereinzelt weitere Ausbrüche bei Wildvögeln von Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gemeldet. Dies lässt darauf schließen, dass die HPAI Viren in Deutschland endemisch werden und nicht mehr nur saisonal auftreten.

Am 15. Oktober meldete Schleswig-Holstein bei verendeten Wildente den Nachweis von HPAI H5N1 in Deutschland. Seither werden aus Bayern, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein Nachweise von HPAI H5N1 bei Wildvögeln gemeldet. Seit der ersten Feststellung wurden über 240 Ausbrüche der Geflügelpest bei Wildvögeln festgestellt.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Von November 2020 bis Juli 2021 kam es in über 30 niedersächsischen Kommunen zu über 180 Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln.

Am 21.10.2021 wurde erneut in Niedersachsen das hochpathogene AI-Virus bei einem Wildvogel nachgewiesen. Der Landkreis Aurich stellte das AI-Virus des Subtypen HPAI H5N1 bei einer verendeten Lachmöwe fest. Seither wurden aus den Landkreisen Aurich, Cuxhaven, Friesland, Harburg, Osterholz, Osnabrück, Stade, Wesermarsch und der Stadt Wilhelmshaven 21 Ausbrüche der Geflügelpest bei Wildvögeln festgestellt.


Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest)

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, Geflügelpest) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Die Bekämpfung wird nach der Geflügelpestverordnung und nach EU-Recht durchgeführt. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen Veterinäramt ( Link zum Kreisnavigator des Deutschen Landkreistages - direkter Zugriff auf alle offiziellen Kreispräsentationen) mitgeteilt werden, welches zur Abklärung Proben entnimmt und in amtlichen Laboren untersuchen lässt. Wenn vermehrt tote Wildvögel beobachtet werden, insbesondere Enten und Gänse, sollte dies ebenfalls dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Im Falle eines Ausbruchs bei gehaltenen Vögeln ist die Behandlung der erkrankten Tiere verboten. Es wird die tierschutzgerechte Tötung und die unschädliche Beseitigung der Tiere des betroffenen Bestandes angeordnet. Weitere Maßnahmen bestehen unter anderem in der Einrichtung von Sperrzonen (3 km Schutzzone, 10 km Überwachungszone) mit Handels- und Verbringungsbeschränkungen sowie einer unverzüglichen Meldepflicht für alle Geflügelhalter. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Verbreitung des AI-Virus zu verhindern.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelpest

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das gehaltene Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Deshalb müssen die empfohlenen Biosicherheitsmaßnehmen, auch über die gesetzlich verpflichtenden Grundregeln der Biosicherheit hinaus, konsequent eingehalten und überprüft werden. Das Vorhandensein einer physischen Barriere zwischen Geflügel und dem Lebensraum von wildlebenden Wasservögeln (zum Beispiel Gewässer oder Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) ist wesentlich. Geflügelhaltungen dürfen nur mit sauberen Gegenständen (beispielsweise Schuhwerk, Schutzkleidung, Schubkarre, Fahrzeuge) betreten werden. Futter, Wasser und Einstreu müssen vor Verunreinigungen durch Wildvögel geschützt sein.

Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit unerlässlich. Bei einem Anstieg von Geflügelverlusten oder deutlichen Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme hat der Halter unverzüglich Abklärungsuntersuchungen durch einen Tierarzt durchführen zu lassen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Zur frühen Erkennung von Geflügelpest wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.




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