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Aviäre Influenza

Stand: 08.04.2022


Aktuell

Auch weiterhin wird das Risiko von weiteren Einträgen in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln unverändert als hoch eingeschätzt.

Im Landkreis Oldenburg, Niedersachsen, kam es erneut zu einem Ausbruch der Geflügelpest bei Puten.


Übersicht

Was ist Geflügelpest?

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza - Risikoeinschätzung

HPAI-Lage in Europa

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Schutzmaßnahmen vor Geflügelpest

Hygienemaßnahmen bei Kontakt zu toten oder erkrankten Vögeln


Was ist Geflügelpest?

Aviäre Influenza (AI) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.
Bei dieser Erkrankung wird zwischen niedrigpathogenen ("wenig krank machenden") und hochpathogenen ("stark krank machenden") Viren unterschieden. Niedrigpathogene AI-Viren (LPAI) können bei infizierten Tieren mit nur geringen bis gar keinen Krankheitsanzeichen einhergehen. Eine Infektion mit hochpathogenen AI-Viren (HPAI) wird Geflügelpest genannt und führt oft zu schweren Krankheitsbildern mit vielen Todesfällen.

Weitere ausführliche Informationen über Aviäre Influenza lesen Sie in einem Factsheet zur Aviären Influenza (nicht barrierefrei, pdf, 0,37 MB) hier.

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Hohes Risiko:

Das Risiko der Aus- und Weiterverbreitung der HPAI-H5 Viren in wildlebenden Wasservögeln wird als hoch eingestuft.

Das Risiko weiterer Einträge in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird durch das FLI als hoch eingeschätzt.

Derzeit wird das Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen innerhalb Deutschlands und Europas als hoch angesehen.

Geflügelhalter sind angehalten die Biosicherheitsmaßnahmen zu optimieren und strikt einzuhalten und eine Verschleppung des Virus zu unterbinden. Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.


Infektionen des Menschen mit dem HPAI-H5 Virus sind grundsätzlich möglich.

Es besteht kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Wer Kontakt zu infiziertem Geflügel hat, sollte sich durch adäquate Schutzkleidung vor einer möglichen Übertragung des Virus schützen.

Weitere Informationen zu humanen Erkrankungen mit der aviären Influenza finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Institutes.


HPAI-Lage in Europa

Seit Oktober 2021 häufen sich die Meldungen über HPAIV-H5 Fälle bei Wildvögeln in Europa. Aus Frankreich, England, den Niederlanden und Israel wurden im Laufe des Dezembers Berichte über Massensterben von Gänsen, Schwänen Watvögeln und Kranichen veröffentlicht. So sind in den Niederlanden 4.000 Knuts tot aufgefunden worden und an der Westküste Englandes sind schätzungsweise 10% der Nonnenganspopulation verendet.

Seit dem 01.10.2021 sind in Europa aus 23 Ländern über 750 HPAI-H5 Ausbrüche bei Geflügel bzw. gehaltenen Vögeln festgestellt worden. Am schwersten ist Italien mit über 300 Ausbrüchen betroffen, wobei vornehmlich Putenmastbetriebe, sowie Broilermast- und Legehennenhaltungen infiziert sind. Aber auch Ungarn, Polen, das Vereinigte Königreich und Frankreich melden ein drastisches Ausbruchsgeschehen mit Millionen betroffenen Geflügel.

Ganzjährige Nachweise von HPAI-Viren im europäischen Raum lassen auf eine endemische Etablierung dieser HPAI-Viren schließen.

HPAI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Deutschland

Seit dem 21.10.2021 kam es zu insgesamt 86 Ausbrüchen der Geflügelpest mit dem Subtyp HPAI H5N1. In den betroffenen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen sind neben Hobbygeflügelhaltern und einem Tierpark auch kommerzielle Puten-, Gänse-, Enten- und Hühnerhaltungen betroffen.

Die letzten Ausbrüche der Geflügelpest waren am 21. und 24.03.2022 in Gänsehaltungen in Schleswig-Holstein und am 25.03.2021 in einer Putenhaltung in Mecklenburg-Vorpommern sowie Anfang April in Niedersachsen.


AI-Ausbrüche in Geflügelbeständen in Niedersachsen

Seit 10.11.2021 wurde in den Landkreisen Ammerland, Aurich, Celle, Cloppenburg, Cuxhaven, Emsland, Friesland, Gifhorn, Harburg, Nienburg, Oldenburg, Osnabrück, Vechta und Wesermarsch in 27 Geflügelbetrieben das Geflügelpest-Virus des Subtyps HPAI H5N1 festgestellt. Neben Putenmastbetrieben in den Landkreisen Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg, Osnabrück, Vechta und Wesermarsch sind niedersachsenweit auch Entenmastbetriebe, Legehennen- sowie Puten- und Gänseelterntierbetriebe und Hobbyhaltungen betroffen. Die Bestände wurden geräumt.

Letzter Ausbruch der Geflügelpest:

Am 05.04.2022 wurde in einem Putenbestand in Prinzhöfte, Landkreis Oldenburg,HPAI des Subtypen H5N1 festgestellt.

Der betroffene Landkreis hat Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet.

Seit November wurden in 3 Geflügelbetrieben in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Cuxhaven das Virus der niedrigpathogenen Aviären Influenza (LPAI) nachgewiesen. Dabei sind Enten-, Gänse- und Putenmastbestände betroffen. Die Bestände wurden geräumt, teilweise war es möglich, die Tiere der unverzüglichen Schlachtung

Die nds. Landkreise haben ihre Risikobeurteilungen hinsichtlich der Aufstallung von in Freiland gehaltenenem Geflügel überarbeitet und entsprechende Anordnungen angepasst. Bitte beachten Sie die Karte der aktuellen Aufstallungsgebote in Niedersachsen und Bremen. In den Landkreisen, in denen die Aufstallung angeordnet ist, ist das Halten von Geflügel im Freiland nur mit einer Ausnahmegenehmigung und unter Einhaltung amtlicher Auflagen möglich.

Nähere Informationen sowie die Allgemeinverfügungen sind auf den Webseiten der betroffenen Landkreise zu finden.

HPAI-Nachweise bei Wildvögeln in Deutschland

Am 15. Oktober meldete Schleswig-Holstein bei verendeten Wildente den Nachweis von HPAI H5N1 in Deutschland. Seither werden aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein Nachweise von HPAI H5N1 bei Wildvögeln gemeldet. Seit der ersten Feststellung wurden über 1.195 Ausbrüche der Geflügelpest bei Wildvögeln festgestellt.


AI-Nachweise bei Wildvögeln in Niedersachsen

Am 21.10.2021 wurde erneut in Niedersachsen das hochpathogene AI-Virus bei einem Wildvogel nachgewiesen. Der Landkreis Aurich stellte das AI-Virus des Subtypen HPAI H5N1 bei einer verendeten Lachmöwe fest. Seither wurden aus den Landkreisen Ammerland, Aurich, Celle, Cuxhaven, Diepholz, Emden, Emsland, Friesland, Harburg, Leer, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück, Osterholz, Peine, Rotenburg (Wümme), Stade, Uelzen, Verden, Wesermarsch, Wittmund und den Städten Braunschweig und Wilhelmshaven über 160 Ausbrüche der Geflügelpest bei Wildvögeln festgestellt.


Schutzmaßnahmen vor Geflügelpest

Für alle Geflügelhalter (insbesondere für Freilandhaltungen und Offenstallsysteme) ist es wichtig Vorsorge zu treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus der Aviären Influenza zu schützen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zu verhindern, dass das gehaltene Geflügel Kontakt zu Wildvögeln oder deren Ausscheidungen hat.

Deshalb müssen die empfohlenen Biosicherheitsmaßnehmen, auch über die gesetzlich verpflichtenden Grundregeln der Biosicherheit hinaus, konsequent eingehalten und überprüft werden. Das Vorhandensein einer physischen Barriere zwischen Geflügel und dem Lebensraum von wildlebenden Wasservögeln (zum Beispiel Gewässer oder Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) ist wesentlich. Geflügelhaltungen dürfen nur mit sauberen Gegenständen (beispielsweise Schuhwerk, Schutzkleidung, Schubkarre, Fahrzeuge) betreten werden. Futter, Wasser und Einstreu müssen vor Verunreinigungen durch Wildvögel geschützt sein.

Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit unerlässlich. Bei einem Anstieg von Geflügelverlusten oder deutlichen Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme hat der Halter unverzüglich Abklärungsuntersuchungen durch einen Tierarzt durchführen zu lassen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Zur frühen Erkennung von Geflügelpest wird in Niedersachsen seit vielen Jahren ein intensives Monitoring zum Vorkommen bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt.




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