Pest der kleinen Wiederkäuer
Stand: 27.01.2026
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Seuchenlage in Europa Seit dem 04. Juni 2025 meldet Albanien regelmäßig Ausbrüche der PPR, die hauptsächlich im Norden des Landes und an der Grenze zu Griechenland auftreten. Eingetragen wurde das Virus vermutlich durch Tierbewegungen. Nach einer Pause von neun Monaten ohne Ausbruch wurde am 01. April 2026 erneut ein Ausbruch nahe der Grenze zu Nordmazedonien gemeldet. Am 13.12.2025 wurde der erste PPR-Ausbruch in Kroatien nachgewiesen.
Seit Sommer 2024 werden Ausbrüche in Griechenland und Rumänien gemeldet. Ungarn konnte nach Fällen zu Beginn des Jahres 2025 den offiziellen WOAH-Status „PPR-free country“ am 24.10.2025 wiedererlangen. Peste des petits ruminants - WOAH - World Organisation for Animal Health
Im Juni 2018 wurde in Bulgarien erstmals PPR nachgewiesen. |
Die Pest der kleinen Wiederkäuer (Peste de petits ruminants = PPR) ist eine anzeigepflichtige akute, hochansteckende Viruserkrankung (Morbillivirus) der Schafe und Ziegen, die mit dem Erreger der Rinderpest (RPV) genetisch eng verwandt ist. In Afrika und weiten Teilen Asiens ist die Pest der kleinen Wiederkäuer endemisch. In der Türkei treten seit 2005 jährlich Fälle von PPR auf. Die epidemiologische Lage in Bulgarien und Rumänien bleibt unklar, sodass weiterhin Verbringungen aus diesen Ländern bis Juni 2026 verboten bleiben (Link: Schutzmassnahmen EU).
Die Pest der kleinen Wiederkäuer ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und gemäß der Einteilung des neuen Tiergesundheitsrechts der EU eine Seuche der Kategorie A+D+E, also einer Seuche, die normalerweise nicht in der Union auftritt und unmittelbar bekämpft, getilgt und überwacht werden muss. Beim Nachweis einer Seuche der Kategorie A wird der gesamte Bestand getötet. Das Risiko einer Verschleppung des Virus ist groß, da auch Schlachtkörper infizierter Tiere und Rohmilch zu einer weiteren Verbreitung beitragen können sowie der Transport von symptomlos erkrankten Tieren, die jedoch Virus ausscheiden.
Empfänglich sind Schafe und Ziegen. Der Verlauf ist bei Ziegen oft schwerer als bei Schafen, insbesondere bei Jungtieren ist die Mortalität hoch. In seltenen Fällen erkranken andere Paarhufer sowie verwandte Wildwiederkäuer, häufig mit symptomlosem Verlauf. (Link zum Steckbrief: Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR) (FLI))
Der Mensch kann sich nicht infizieren.
Klinische Symptome
PPR wird über direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen sowie der Inhalation von erregerhaltigem Material übertragen. Die Inkubationszeit beträgt 4-5 Tage. Klinische Symptome beginnen ab dem sechsten Tag. Symptomlose Verläufe sind ebenfalls möglich. Das Virus wird über die Tränenflüssigkeit, Nasen- und Rachensekreten sowie dem Kot und Urin bereits vor der Ausprägung von klinischen Symptomen sowie beim symptomlosen Verlauf ausgeschieden.
Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen, die von perakut bis chronisch reichen. Häufig tritt hohes Fieber mit schwerwiegenden Entzündungen und Läsionen im Maul und am Zahnfleisch auf. Durch den wässrigen Nasen- und Augenausfluss bilden sich Krusten an den Augen und Nasenlöchern. Weitere Symptome sind Anorexie, Verstopfung oder Durchfall sowie Lungenentzündungen. Viele der Tiere verenden. Tiere, die eine Infektion überstehen, sind immun gegenüber Reinfektionen.
Durch das unspezifische Krankheitsbild ist eine Abklärung bei allen erosiven Haut- und Schleimhauterkrankungen mit schwerer Störung des Allgemeinbefindens labordiagnostisch notwendig. Weitere Differentialdiagnosen sind z.B. Maul- und Klauenseuche (MKS), Schaf- und Ziegenpocken, Blauzungenkrankheit (BT) und Lippengrind.
Präventionsmaßnahmen
Hygienische Maßnahmen und die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Tierbeständen und bei Tiertransporten können das Risiko einer Infektion des eigenen Bestandes und die Verbreitung der Infektion minimieren (s. Infobox).
Eine Impfung steht in Deutschland nicht zur Verfügung.
Die WOAH (World Organisation for Animal Health) und FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) planen weltweit eine Ausrottung der PPR bis 2030 (s. Link hier).
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/384 v. 20.02.2025 Sofortmaßnahmen Ungarn
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/1921 vom 19.09.2025 zur Änderung des DFB 2024/3238 Bulgarien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/784 vom 14.04.2025 zur Änderung des DFB 2024/3238 Bulgarien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/497 v. 11.03.2025 Änd. DFB (EU) 2024/3238 Sofortmaßnahmen Bulgarien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/269 v. 04.02.2025 Änd. DFB (EU) 2024/3238 Sofortmaßnahmen Bulgarien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2024/3238 v. 19.12.2024 Sofortmaßnahmen Bulgarien
- Durchf. (EU) 2025/2382 v. 21.11.2025 Änd.DFB 2024/3238 Sofortmaßnahmen Bulgarien Aufh.DFB 2024/3109
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/1922 vom 19.09.2025 zur Änderung des DFB 2024/638 Rumänien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/1109 vom 26.05.2025 zur Änderung des DFB 2025/638 Rumänien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/785 vom 14.04.2025 zur Änderung des DFB 2025/638 Rumänien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/638 v. 25.03.2025 Sofortmaßnahmen Rumänien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2026/317 v. 05.02.2026 Änderung des DFB 2025/2663 Kroatien
- Durchführungsbeschluss (EU) 2025/2663 v. 23.12.2025 Sofortmaßnahmen Kroatien
- offizielle Statuskarte der Pest des Petit Ruminants der WOAH Mitglieder
- DER LABLOEFFLER - NEWS für das LABOR, Ausgabe 13/2016, Seite 10-11 (openagrar.de)
- Empfehlung für die Haltung von Schafen / Ziegen der ... Fachgruppe der DVG, Teil 1
- Empfehlung für die Haltung von Schafen / Ziegen der ... Fachgruppe der DVG, Teil 2
- BMEL - Tiergesundheit - Empfehlungen für Hygienemaßnahmen bei der Haltung von Wiederkäuern

