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Rotz

Stand: 20.02.2020


Rotz gehört zu den ältesten Pferdekrankheiten. In Westeuropa galt die Erkrankung dank strenger Bekämpfungsmaßnahmen seit den 1950/1960er Jahren als ausgerottet, derzeit gewinnt sie aufgrund weltweit steigender Ausbruchsmeldungen jedoch wieder an Bedeutung. Die Einschleppung der Tierseuche aufgrund des weltweiten Tierverkehrs spielt eine zentrale Rolle. In Ländern Südamerikas, Afrikas und Asiens ist die Krankheit noch weit verbreitet, in der Türkei wurden in jüngerer Vergangenheit mehrere Fälle von Rotz bekannt (Radarbulletin Dez. 2019) (OIE-Link). In Deutschland wurde Rotz letztmalig 2015 festgestellt, zuvor war der letzte Ausbruch 1956.

Was ist Rotz?

Rotz ist eine bakterielle Tierseuche, die durch den Erreger Burkholderia mallei hervorgerufen wird. Von einer Infektion sind v.a. Pferd, Esel, Maultier, Maulesel und Kamel betroffen. Darüber hinaus gibt es Berichte über die Infektion von in Zoos gehaltenen Löwen und Tigern, die mit kontaminiertem Pferdefleisch gefüttert wurden sowie von Wölfen, Hunden und Bären. Rotz kann durch Kontakt zu infizierten Pferden auch beim Menschen (Kontaktzoonose) auftreten und unbehandelt zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen.

Wie wird Rotz übertragen?

Infizierte Tiere stellen die Quelle für Neuinfektionen dar. Von besonderer Bedeutung für die Verbreitung sind infizierte Tiere, die keine oder nur geringe Krankheitssymptome zeigen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder indirekt über gemeinsam genutzte Tränke- und Futtereinrichtungen, Personen oder Gegenstände (Geschirr, Pflegeutensilien).

Woran erkennt man Rotz?

Rotz ist gekennzeichnet durch Pusteln und Knötchen in der Haut (Hautrotz), in der Nasenschleimhaut (Nasenrotz) und in der Lunge (Lungenrotz), die dazu neigen geschwürartig aufzubrechen. Weitere Krankheitsanzeichen sind Schwellung der Lymphknoten und Lymphgefäße, Husten, Heiserkeit, Nasenausfluss und Auszehrung der betroffenen Tiere.

Esel entwickeln sehr häufig akute Verläufe, bei denen sie neben hohem Fieber Anzeichen von Haut- und Nasenrotz zeigen und nach 2-4 Wochen verenden. Bei Pferde kommen neben latenten Infektionen, bei denen keine Krankheitsanzeichen festzustellen sind, häufig chronische Infektionen vor. Chronische Infektionen können sich über Jahre hinziehen. Bei entsprechenden Krankheitsverläufen treten oftmals Phasen auf, in denen sich der Krankheitszustand verschlechtert und wieder verbessert, ehe die Tiere versterben.

Wie wird Rotz bekämpft?

Rotz ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, bei der ein Verdacht der Erkrankung dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden muss. Dieses leitet dann weitere Maßnahmen ein. Wegen der Gefährlichkeit der Seuche für den Menschen und der erreichten Tilgung in Deutschland werden an Rotz erkrankte Tiere getötet und unschädlich beseitigt.

Gelegentlich im Rahmen von Exportuntersuchungen auftretende positive Testergebnisse im Blut der betroffenen Tiere müssen durch weitere Untersuchungen an staatlichen Untersuchungseinrichtungen abgeklärt werden.

Einfuhr- und Ausfuhr-Untersuchungen

Innerhalb der EU und bei der Einfuhr von Pferden aus Drittländern gelten folgende Bedingungen:

https://www.bmel.de/DE/Tier/TierhandelTransport/Gesundheitsbescheinigungen/_texte/Pferde.html;nn=452798

Für die Ausfuhr von Einhufern/Equiden in Drittländer bestehen spezielle Anforderungen des jeweiligen Landes in Bezug auf Rotz, diese finden sich in den Drittlandszertifikaten.

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