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West-Nil-Fieber

Stand: 16.07.2019


Aktuelles zum West-Nil-Virus

Im letzten Jahr wurden zum ersten Mal West-Nil-Virus-Infektionen in Deutschland nachgewiesen. Betroffen waren Eulen, Drosselvögel und Greifvögel aus Sachsen-Anhalt, Bayern, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, sowie zwei Pferde aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Am 8. Juli wurde nun der erste Fall in diesem Jahr bei einer Schneeeule einem Tierpark in Wittenberg, Sachsen-Anhalt nachgewiesen.

Neben Vögeln können sich auch Pferde und Menschen infizieren. Europaweit wurden in diesem Jahr bislang noch keine Erkrankungen bei Menschen gemeldet.

Informationen zu dem Vorkommen von WNV-Infektionen in Europa erhalten Sie hier.

Was ist das West-Nil-Virus?

Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein aus Afrika stammendes Virus, das durch blutsaugende Mücken übertragen wird. Im natürlichen Wirtskreislauf wird es zwischen Vögeln und Stechmücken übertragen. Werden Menschen oder Pferde infiziert, vermehr sich das Virus in so geringen Mengen, das andere Menschen oder Pferde nicht infiziert werden können. Deshalb gelten Mensch und Pferd als sogenannte Fehlwirte ("dead-end-hosts"), von denen keine Infektionsgefahr ausgeht.

Das West-Nil-Virus ist eng verwandt mit dem Usutu-Virus, das ebenfalls Wildvögel infiziert. West-Nil-Fieber Virus ist nahezu auf der ganzen Welt (Afrika, Asien, Nordamerika, Europa) verbreitet. In den letzten Jahren traten in Griechenland, Serbien, Italien, Ungarn, Rumänien, Israel, Spanien, Portugal und Österreich Fälle auf, oftmals waren ebenfalls Menschen von der Infektion betroffen.

WNV-Infektionen bei Vögeln und Pferden zählen in Deutschland zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Neben dieser Anzeigepflicht sind bislang keine weiteren tierseuchenrechtlichen Maßnahmen vorgeschrieben.

Wie erkennt man West-Nil-Virus-Infektionen?

In den meisten Fällen bleiben die Infektionen mit dem West-Nil-Virus symptomlos. Jedoch erkranken einige Vogelarten besonders leicht. In einzelnen Fällen kann es auch zu Krankheitssymptomen bei Pferden und Menschen kommen.

Vogel
Bei Vögeln bleibt die Infektion in den meisten Fällen symptomlos. Vor allem Sperlingsvögel (v. a. Rabenvögel) und auch Greif- und Eulenvogelarten sind besonders empfänglich und erkranken leicht. Bei diesen Arten kann es zu massiven Epidemien mit gehäuften Todesfällen kommen. Bei schwereren Verläufen können neurologische Erscheinungen und Blutungen in Schnabel- und Kloakenregion festgestellt werden.
Wirtschaftsgeflügel ist weniger empfänglich, in der Literatur sind jedoch neurologische Erkrankungen beschrieben. Impfstoffe für Vögel stehen nicht zur Verfügung.

Pferd
Die Mehrzahl betroffener Pferde zeigt keine Symptomatik. Einige Pferde reagieren jedoch mit starken neurologischen Symptomen wie Stolpern, Nachhandlähmungen, Muskelzittern, Schwäche bis zum Festliegen. Ein Teil der Infektionen kann tödlich verlaufen. Seltener zeigen die Pferde eine fiebrige Allgemeinerkrankung. In Deutschland sind für Pferde aktuell drei Impfstoffe zugelassen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut hat aktuell eine Stellungnahme zur Immunisierung von Pferden gegen das West-Nil-Virus herausgegeben. Die StIKo Vet empfiehlt in den bereits betroffenen Gebieten die Impfung von Pferden. Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

Mensch
Beim Menschen sind ca. 80% der Infektionen symptomlos, Die übrigen 20% der infizierten Personen zeigen einen grippalen Infekt mit Fieber, wodurch dieser klassische Verlauf auch als West-Nil-Fieber bezeichnet wird. Bei weniger als einem Prozent der infizierten Personen kann es zu schweren Verlaufsformen mit einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung kommen, die in seltenen Fällen (vor allem bei älteren Patienten) tödlich enden kann. Humane Impfstoffe stehen nicht zur Verfügung.

Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?

Der eigentliche Wirtskreislauf findet zwischen Stechmücken und Wildvögeln als Hauptwirt statt. Darüber hinaus kann ebenfalls eine Übertragung auf Säugetiere und Menschen stattfinden, wenn die Stechmücken zuvor von infizierten Vögeln Blut aufgenommen haben. Aus diesem Grund werden West-Nil-Virus-Infektionen vor allem in der Mückensaison beobachtet.

Bei Pferden, Menschen und anderen Fehlwirten werden im Blut keine ausreichend großen Mengen des Virus gebildet, so dass die Erkrankung nicht weitergegeben werden kann. Beim Menschen kann das WNV unter Umständen durch kontaminierte Blutspenden, von infizierten Müttern auf das ungeborene Kind oder während des Stillens auf das Kind übertragen werden.

Wie sollte man mit toten Wildvögeln umgehen?

Generell sollten tote oder kranke Vögel nicht angefasst oder mitgenommen werden. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot aufgefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.

Was kann man gegen West-Nil-Virus-Infektionen tun?

Die West-Nil-Virus-Infektion ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Verdacht muss der Amtstierarzt umgehend verständigt werden.

Importierte Pferde aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden.

Für Pferde stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Für Pferde aus Gebeiten, in denen West-Nil-Virus-Infektionen nachgewiesen worden sind und für Pferde, die in betroffene Gebiete reisen, wird die

Die Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten (Repellentien) ist empfehlenswert. Auf Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, um gegebenenfalls eine Vermehrung infizierter Stechmücken zu verhindern. Für Pferde, die in betroffene Gebiete reisen wird die Impfung gegen WNV empfohlen.

Um einer Übertragung der West-Nil Viren vorzubeugen, sollte man sich in betroffenen Gebieten vor Insektenstichen schützen.

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